A.B.O.-Konzerte 2018

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Freitag, 2.3.2018

20.00 Uhr, Gilching

Gymnasium, Talhofstr. 7

 

Samstag, 3.3.2018

19.00 Uhr, Bad Wiessee
Hotel zur Post, Lindenplatz 7

 

Sonntag, 4.3.2018

19.00 Uhr, München,

Gasteig, Carl-Orff-Saal

 

 40 Jahre Akademisches Blasorchester München – Jubiläumskonzerte mit dem Hauptwerk „Die Götter des Olymp“

 

Óscar Navarro - El Olimpo de los Dioses (Die Götter des Olymp)

Leonard Bernstein - Overture to "Candide"

Howard Hanson - Chorale and Alleluia

Philip Sparke - The Year of the Dragon

Kartenvorverkauf (VVK) ab Dez. 2017 / Eintrittspreise:
(Abendkasse jeweils 1 Std. vor Konzertbeginn)

 

Gilching: Eintritt: € 10,– (Schüler, Studenten, Schwerbehinderte: € 8,–; Kinder bis 14 Jahre frei),

freie Platzwahl

Karten-VVK: info@abo-muc.de
Tel. 0 89 / 69 35 98 00 oder 01 51 / 20 96 52 67
(Petra Jerčič)

 

Bad Wiessee: Eintritt: € 10,– (Schüler, Studenten, Schwerbehinderte: € 8,–; Kinder bis 14 Jahre frei),

freie Platzwahl

Karten-VVK: Hotel zur Post, Bad Wiessee,

Lindenplatz 7, Tel. 0 80 22 / 86 06-0

info@hotel-zur-post-bad-wiessee.de

www.hoga-zur-post.de

 

München: Eintritt: € 19,– |  € 16,– |  € 12,–
(= Veranstalter-Kartenpreise inkl. aller Gebühren)

Karten-VVK-München:

  •  info@abo-muc.de
    Tel. 0 89 / 69 35 98 00 oder 01 51 / 20 96 52 67
    (Petra Jerčič)
  •  www.muenchenticket.de
    (hier nur Karten in Reihe 1-3 (Parkett und Seite) erhältl. für  € 12,70 +  12% VVk-Geb.)

Erläuterungen zum Programm:

 

40 Jahre Akademisches Blasorchester München – Jubiläumskonzerte mit dem Hauptwerk „Die Götter des Olymp“

 

Im Jahre 1978 gab das Akademische Blasorchester zum ersten Mal Laut, genau am 17. März im großen Saal der Münchner Musikhochschule. Auf private Initiative des damals 24-jährigen Musikwissenschafts-Studenten Michael Kummer trat ein Ensemble aus größtenteils Mitstudenten der verschiedensten Fachrichtungen auf den Plan, das nach einigen meist organisatorischen Umbauten auch 40 Jahre später noch quicklebendig das Münchner Kulturleben bereichern sollte. Nachdem die große Aula der Ludwig-Maximilians-Universität für die jährlichen Konzerte und die Mensa der Technischen Universität als Probenort für lange Jahre erste Heimat waren, führte das naheliegend auch zur Namensgebung des Orchesters, obwohl es niemals Teil oder Institution einer Hochschule war, sondern durch ehrenamtliches Engagement aller Mitwirkenden zusammengehalten wurde. Immer noch steht Kummer voller Elan und Motivation am Pult und findet jährlich wechselnde thematische Inhalte, mit denen es ihm gelingt, Mitwirkende und Publikum immer wieder aufs Neue zu begeistern. Auch schon seit fast 25 Jahren finden die Konzerte des jährlichen Projektes im Carl-Orff-Saal des Münchner Gasteigs, im großen Saal des Hotel zur Post in Bad Wiessee und in der Aula des Gymnasiums Gilching vor stets gut gefüllten Rängen statt. Aus dem ursprünglichen Einpersonen-Organisationsteam ist längst eine schlagkräftige Vorstandschaft erwachsen, ohne die der gesamte Betrieb längst nicht mehr möglich wäre.

 

Um für den festlichen Anlass eines nicht selbstverständlichen Jubiläums mit einem wirkungsvollen Programm gerüstet zu sein, kam dem Schreiber dieser Zeilen der Umstand zugute, dass er auf die Kompo­si­tion El Olimpo de los Dioses des ihm bis dato nur am Rande bekannten spanischen Komponisten Óscar Navarro aufmerksam gemacht wurde. Bereits nach einmaligen Anhören schloss er das Werk sofort begeistert in sein Herz!

Der 1981 geborene Navarro liefert zu seinem etwa 40-minütigen Werk folgende Inhaltsbeschreibung: „El Olimpo de los Dioses“ [frei ins Deutsche übersetzt „Die Götter des Olymp“] ist eine 10-sätzige sinfonische Suite, bei der uns Göttervater Zeus in jedem Satz eine [oder zwei] der zwölf Gottheiten des Olymp vorstellt. Mit lautem Donnerhall – der als verbindendes Element gleich am Anfang und dann immer wieder zwischen den einzelnen Sätzen erbebt – demonstriert er seine Macht und Stärke.

 

I. „Hermes“ – Der Götterbote über alle Grenzen hinweg

Lebhafte und schnelle Musik porträtiert einen agilen, energiegeladenen und schelmischen Gott. Er vermag problemlos von Ort zu Ort auf der Erde zu reisen und sich zwischen anderen Reisenden, Hirten, Händlern, Einbrechern und anderen Sterblichen zu verbergen ohne irgendeinen Verdacht zu erregen.

 

II. „Artemis“ – Die Göttin der Natur und der wilden Tiere

Dieser Satz, der als Tanzform komponiert ist, beschreibt die Göttin Artemis, umgeben von lebendiger Natur, Vögeln und Vegetation, die die Oberfläche der Erde bedeckt, weiter als das Auge reicht. Unter klarem, hellem Himmel weiden und springen Tiere frei umher. Artemis tanzt und bewegt sich in dieser wunderschönen Landschaft, sie jagt die wilden Tiere mit Pfeil und Bogen.

 

III. „Hades“ – Gott des Todes

Eine Reise in die Unterwelt kann sehr einsam und dunkel sein. Ein kalter und verlassener Pfad führt uns zum Treffen mit Hades, der kompositorisch durch ein dämonisches Ostinato dargestellt wird, das unser Ohr verrückt macht, bis es unsere Seele zerreißt.

 

IV. Poseidon“ – Gott des Meeres und der Erdbeben

Wir befinden uns in einem ruhigen und friedlichen Meer, wo uns eine sanfte Brise allmählich immer weiter hinausträgt. Dann locken wir Poseidon mit einem Jagdhornsig­nal an. Die See wird immer unruhiger und rauher, Wellen schlagen mit immer größerer Wucht gegen die Klippen, viele Felsen stürzen ins Wasser. Ein weiterer Jagdruf lässt Poseidon aus den Tiefen des Meeres auftauchen. Nachdem er sich vollständig gezeigt hat, zieht er sich wütend in die tiefsten Tiefen zurück und erzeugt eine gigantische Welle, die sich schließlich langsam auflöst. Am Ende liegt der Ozean wieder ruhig und friedlich da.

 

V. „Demeter“ – Göttin des Ackerbaus

Dieser Satz gibt den „Gesang der Mäher“ wieder, der oft mit der Welt des Ackerbaus in Verbindung gebracht wird. Es erklingt eine einfache Melodie, die eigens für Demeter geschaffen wurde. Sie ist für die Bauern und die Fruchtbarkeit der Äcker zuständig. Das Schwirren von Schmetterlingsflügeln und der Dialog zwischen Wind und Bauern ist vorherrschendes Thema.­ Im Wesentlichen geht es aber um die Anrufung der Göttin der Landwirtschaft und der Jahres­zeiten.

 

VI. „Hephaistos“ – Gott des Feuers und des Schmiedens

Dieser Satz kann als „Schmiedehymne“ bezeichnet werden. Hephaistos wird von allen Schmieden und Handwerkern verehrt, die im Takt der Ambosse ihre Melodien singen. Nach und nach stimmen weitere Bildhauer und Handwerker mit ihren Stimmen ein. Am Ende wird eine große Explosion von Feuer und Ekstase den Zuhörer bis zum Ende des Satzes tragen.

 

VII. „Apollo“ – Gott der Schönheit, Musik und Vollkommenheit

Apollo, der im Olymp für das Musizieren zuständig ist, wird uns ein einfaches Thema vorstellen, zuerst vom Horn vorgetragen und später von einer kleinen Gruppe von Musikern aus jedem Register des Orchesters. Dieses Thema wird als Begrüßungsmelodie für alle Götter verwendet. Es ist sehr triumphale und feierliche Kammermusik.

 

VIII. Aphrodite“ – Göttin der Sexualität, Lust und Begierde

Aphrodite, musikalisch dargestellt von der Harfe, zeigt sich als eine sehr ansprechende und sinnliche Göttin. Sie wird uns nach und nach mit sehr farbenfrohen und bezaubernden Melodien hypnotisieren. Wir werden in ihre Arme fallen und mit einem anderen Thema in Walzerform wird sie uns zu einem Tanz in die Unendlichkeit führen.

 

IX. „Ares und Athene“ – Götter des Krieges

Ares und Athene reisen gemeinsam auf ihrem Streitwagen, der von vier unverwundbaren, feuerschnaubenden Stieren mit goldenem Zaumzeug gezogen wird. Die Götter sind mit Helmen, Schilden und Speeren ausgerüstet. Sie kommen aus der Ferne und marschieren in Richtung Krieg und Zerstörung, ein grausames Massaker mit Blut und Feuer.

 

X. „Zeus und Hera“ – König und Königin der Götter

Am Ende dieser Suite haben Zeus und Hera ihren Auftritt zum Takt des großen „Marsches des Zeus und der Hera“. Sie fahren in einem Wagen mit schweren Steinrädern gemeinsam zum Thron. Von allen anderen Göttern gefeiert, betreten sie den Olymp und werden von Pauken- und Trompetenfanfaren begrüßt. Sie sind die Könige des Olymps!

 

Die ganze Suite ist ein musikalisch verzauberter Paradiesgarten mit allem, was sich instrumental und von Effekten und Klangfarben her heute im Blasorchester umsetzen lässt. Als Orchester und Dirigent fühlt man sich wie in einem gigantischen Experimentierfeld und freut sich über alles, was man hier zur Freude und zum Staunen der Zuhörerschaft entfesseln darf.

 

Mit diesem Kolossalgemälde ist der erste Teil des Konzertes bereits mehr als gefüllt. Im zweiten Teil gilt es nun den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und gleichzeitig ganz andere Welten zu erkunden. Das „Portal“ hierzu bildet die spektakuläre Ouvertüre zu "Candide". Der Komponist, Pianist und Dirigent Leonard Bernstein dürfte wohl einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts gewesen sein. Für ihn existierte die missliche Trennung zwischen ernster Musik und Unterhaltungsmusik nicht, er unterschied lediglich zwischen guter und schlechter Musik. So passt es auch zueinander, dass der renommierte Beethoven- und Mahler-Dirigent sich unter vielem anderen auch als Musicalkomponist hervortat. Neben der unsterblichen West Side Story entstand 1956 – basierend auf Voltaires gleichnamigen Werk – als comic operetta Candide, welche leider nur ein sehr kurzes unglückliches musikalisches Leben am Broadway genoss. Die sprühende Ouvertüre hatte hingegen 1957 mit den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung des Komponisten Premiere als Orchesterstück und wurde schnell zu einem Favoriten in Konzerten von Sinfonie- und Blasorchestern. Das sehr rhythmische und kraftvolle Werk kombiniert den klassischen und modernen Stil auf höchst intelligente und wirkungsvolle Weise.

 

Nun folgt ein ruhiger Kontrapunkt mit einem echten Juwel der Originalliteratur für Blas­orchester: Chorale and Alleluia des amerikanischen Komponisten Howard Hanson.

Hanson hat die amerikanische Musikentwicklung als Komponist, Dirigent und als Lehrer an der namhaften Eastman School of Music maßgeblich mitgestaltet. Seine Kompositionen wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter auch der begehrte Pulitzer Preis. Chorale and Alleluia war Hansons erste Komposition für großes Blasorchester, die er 1954 fertig stellte. Das Werk hat sich seitdem als Klassiker im Blasorchester-Repertoire etabliert. Die Musik beginnt mit einem gefühlvollen Choral, zu dem schon bald das freudvolle „Alleluia“-Motiv hinzukommt und deutlich in Erscheinung tritt. Eine kraftvolle neue Melodie erklingt in den tiefen Blechbläsern und wird von verschiedenen Themen der anderen Instrumentengruppen überlagert. Dadurch entsteht ein Effekt von Kirchenglocken, großer Feierlichkeit und Würde. Diese eindrucksvolle Komposition demonstriert die großartigen klanglichen Möglichkeiten eines Blas­orchesters. Ich durfte das Werk vor vielen Jahren über Patrick Jones kennenlernen, der damals bei der Internationalen Sommerakademie für sinfonisches Blasorchester an der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf als Gastdirigent wirkte, und machte so die Bekanntschaft mit einem bei uns so gut wie unbekannten Komponisten mit einer einzigartigen und faszinierenden Klangsprache.

 

Den fulminanten Schlusspunkt des Jubiläumsprogrammes setzt einmal mehr ein Werk des Briten Philip Sparke: The Year of the Dragon – Das Jahr des Drachen. Nichts mit China – wie der Titel zunächst glauben lässt – hat die Komposition zu tun, der Drache ist das Wappentier von Wales. Die dort ansässige weltberühmte Brass Band – die Cory Band – beauftragte Philip Sparke 1984, zu ihrem 100-jährigen Jubiläum ein Bravourstück zu schreiben. Sparke kam diesem Wunsch gerne nach und das „Jahr des Drachen“ wurde so erfolgreich, dass der Komponist es kurz darauf in einer alternativen Fassung für sinfonisches Blasorchester nachreichte und damit seine Fähigkeit, effektvoll und substanziell für Bläser zu komponieren, nachhaltig dokumentierte. Erstaunlich sind die Klangfarben, die Sparke dem Blasorchester entlockt, und ebenso herausragend die Schwierigkeiten, die er allen Ausführenden abverlangt. Stets jedoch kommt überschäumende Spielfreude zum Tragen. Wir hatten dieses, im Schaffen Sparkes herausragende Werk, das bis heute seine Strahlkraft nicht verloren hat, schon einmal 1996 auf dem Programm. – Es soll heute Abend die vielen schönen Stunden mit sinfonischer Blasmusik der vergangenen 40 Jahre aufgreifen und reflektieren.

Michael Kummer­