Konzerte des Akademischen Blasorchesters München

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Sa. 11.3.2023 - 19.00 Uhr, Gilching, Gymnasium, Talhofstr. 7

 

So. 12.3.2023 - 19.00 Uhr, Garching (b. Mchn), Bürgerhaus

(85748 Garching b. München, Bürgerplatz 9)

 

What a Wonderful World

Programm:

What a Wonderful World

Nigel Hess - East Coast Pictures

P.A. Grainger – Colonial Song

Philip Sparke - Colorado Springs

Thomas Doss - Alpina Saga

Jan van der Roost - Amazonia

Satoshi Yagisawa - Machu Picchu

 

 

 

 

 

Zu den Werken:

Nigel Hess: East Coast Pictures

Der Komponist wurde zu dieser Komposition durch mehrere Besuche an der amerikanischen Ostküste inspiriert, einem Gebiet, das große Extreme in Bezug auf Geographie und Menschen bietet.

Satz 1: Shelter Island ist eine kleine Insel am Ende von Long Island, einige Autostunden östlich von New York. Im Sommer wird das Eiland zu einer überfüllten Touristenfalle; aber im Winter ist es herrlich menschenleer und trotzt, eingehüllt in Seenebel und bei strömenden Regen, dem stürmischen Atlantik. Dieses „Picture“ ist eine schöne Erinnerung an ein Winterwochenende auf Shelter Island.

Satz 2: Catskills Mountains: Im Bundesstaat New York liegen die Catskills Mountains – hier kontrastieren Ruhe und Kraft, Frieden und Majestät. Einmal gesehen, zieht die Gebirgsformation dich immer wieder an.

Satz 3: New York – genauer gesagt Manhattan. Für alle, die diese bizarre und wundervolle Stadt kennen, bildet die Komposition eine Momentaufnahme, die keiner weiteren Erklärung bedarf.

 

Percy Aldridge Grainger: Colonial Song (1912/18)

Der Komponist Percy Aldridge Grainger beschreibt sein Stück sinngemäß in etwa so: In diesem Stück wollte ich meine persönlichen Empfindungen für mein Land (Australien) und Volk zum Ausdruck bringen und auch eine bestimmte Art von Gefühl, die mir bei den in Australien geborenen Nachkommen der Kolonialherren begegnete. Vielleicht ist es nicht untypisch für Menschen, die in großen unerschlossenen Landstrichen mehr oder weniger einsam leben und allein gegen Naturgewalten kämpfen müssen (und nicht gegen zunehmenden Gegenwillen ihrer Mitmenschen, wie in dichter besiedelten Ländern) eine sehnsüchtige und sentimentale Wehmut zu entwickeln, die auch in der amerikanischer Kunst oft so berührend zum Ausdruck gebracht wird; zum Beispiel in Mark Twains Huckleberry Finn und Stephen C. Fosters entzückenden Liedern My Old Kentucky Home, Old Folks at Home usw. Ich habe in Australien auch merkwürdige, fast italienisch anmutende musikalische Tendenzen bei Brass Bands hören können, sowie im Gesang eine Vorliebe für Klangfülle und -intensität, eine gefühlvolle Phrasierung und subtile Ausdrucksfeinheiten, die sich auch im Colonial Song widerspiegeln.

 

Philip Sparke: Colorado Springs

Der bei Skifahrern und Wanderern beliebte Ferienort Colorado Springs liegt inmitten einer atemberaubenden Landschaft am südlichen Ende der Rocky Mountains.

Zum Auftakt erklingt eine bewegende Fanfare (The Springs Fanfare), der Mittelsatz (Seven Falls) beschreibt einen spektakuläre Wasserfall und der Schlusssatz wird einem bekannten Gipfel (Pikes Peak) in den Rocky Mountains gewidmet.

 

Thomas Doss: Alpina Saga - gewidmet der Gemeinde Pregraten (Tirol)

Erhabene Fanfaren laden uns in die Berge ein und nehmen uns zu einer Bergwanderung mit, mit all ihren Gefahrenmomenten und aber auch überwältigenden Eindrücken und Aussichten auf Täler und Almen. Der ruhige Teil beschreibt eine sternklare Nacht vor einer Berghütte. Das Raunen der Naturgeister ist fast zu hören. Von irgendwo her glaubt man ein Hornsignal zu hören. Im Schlussteil steht der Abstieg bevor und man kommt bereichert durch die schönen Naturerlebnisse im Tal an, wieder begleitet von den Anfangsfanfaren.

 

Jan van der Roost: Amazonia (1990)

1. La Laguna del Shimbe

Hoch oben in den Anden im Norden Perus liegen die Huaringas, eine Lagunenansammlung in isolierter und geheimnisvoller Umgebung. Das Wasser hat heilende Kräfte und seit Jahrhunderten haben sich dort traditionelle Heiler in kleinen Dörfern niedergelassen. Zahlreiche Kranke kommen von weit her zu den Huaringas, um sich in nächtlichen Ritualen behandeln zu lassen, bei denen der halluzinierende Saft des San Pedro-Kaktus dem Heiler einen Blick ins Innere seines Patienten gewährt. Die größte Lagune ist die Laguna del Shimbe, eins der unzähligen Wasserreservoire des riesigen Amazonas.

 

2. Los Aguarunas

Weiter flussabwärts im Norden Perus treffen wir auf den Regenstamm der Los Aguarunas. Es ist ein stolzes, schönes und unabhängiges Volk, das nie einer  fremden Vorherrschaft unterlegen ist, nicht einmal der der Inkas. Sie leben von allem, was der Wald hergibt: Fisch, Früchte, Pflanzen, ... . Sie betreiben auch selbst Feldanbau und leben als Halbnomaden. Sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und haben, nachdem sie Kontakt mit der modernen Zivilisation hatten, neue Elemente in ihr Leben integriert, ohne ihre eigenen Traditionen aufzugeben.

 

3. Mekaron

Mekaron ist ein indianisches Wort und bedeutet soviel wie „Bild“, „Seele“, „Essenz“. Diese Ureinwohner des Amazonasgebiets leben entweder sesshaft als Gruppe an einem Ort oder bewegen sich in einer großen Region. Sie alle haben ihr eigenes politisches System, ihre eigene Sprache und ein reiches Sozialleben. Gleichzeitig sind sie in den Bereichen Musik und Medizin hochentwickelt. „Wohin der weiße Mann auch geht, er hinterlässt eine Wildnis“, schrieb 1885 der nordamerikanische Indianerhäuptling Seatl. Als Folge dieser Kontakte mit den weißen Eroberern begann die Zerrüttung der meisten indianischen Gesellschaften (allein in diesem Jahrhundert sind 80 Stämme vollständig verschwunden).

 

4. Kêêtuajê

So heißt die Initiationszeremonie des Krahô-Stammes im brasilianischen Bundesstaat Goias, mit die Jugendlichen ins Erwachsenenleben eintreten. Sie werden mit Wasser gereinigt, mit roter Farbe bemalt und mit Federn bedeckt, woraufhin der rituelle Tanz den ganzen Stamm in seinen Bann zieht.

 

5. Paulino Faiakan

1988 kamen die Indianerhäuptlinge Faiakan und Raoni Kaiapo nach Europa, um gegen den Bau des Altamira-Staudamms in Brasilien zu demonstrieren. Denn durch den Damm und die damit verbundenen riesigen künstlichen Anlagen würden die Indianer aus ihrem angestammten Land vertrieben. Das Projekt wurde unter anderem von der Europäischen Gemeinschaft finanziell unterstützt. Im Februar 1989 veranstalteten die Indianerstämme um Altamira zum ersten Mal in ihrer Geschichte gemeinsam einen Protestmarsch. Sie würdigten unter anderem den 1988 ermordeten Chico Mendez, der Anführer des Gummi-Syndikats war und sich für die Erhaltung des brasilianischen Regenwaldes einsetzte. Die brasilianische und auch die Weltaufmerksamkeit wurde so geweckt. Der Bau des Damms wurde – wenn auch vorübergehend – gestoppt.

 

Machu Picchu: City in the Sky (2005)

The Mystery of the Hidden Sun Temple (Das Mysterium des verborgenen Sonnentempel)

 

Der Komponist Satoshi Yagisawa beschreibt in seinem Werk die prächtige Inka-Festung in drei musikalischen Bildern:

 

1) (the shimmering golden city of Cuzco set in the dramatic scenery of the Andes) Die golden schimmernde Stadt Cuzco inmitten der dramatischen Landschaft der Anden

 

2) (the destructiveness of violent invasion) Die Zerstörungskraft einer gewaltsamen Invasion

 

3) (the re-emergence of Incan glory as the City in the Sky again reached for the sun)

Das Wiederaufscheinen der Inka-Glanzes, nachdem die "Stadt im Himmel" (City in the Sky) wiederentdeckt wurde.

 

Die ersten beiden Sätze beschreiben musikalisch das Inka-Reich auf seinem Höhepunkt und seine tragische Begegnung mit den spanischen Eroberern. Im Jahr 1533 zerstörten sie unter Führung von Francisco Pizarro die gesamte Stadt Cusco inklusive ihres Sonnentempels (dem Schrein der Gründungsgottheit der Inka-Zivilisation) und beraubten sie aller ihrer Goldschätze. Dieser Feldzug bedeutete zugleich das Ende der Inka-Zivilisation.

Der 3. Satz: 378 Jahre später hat Hiram Bingham (ein Archäologe der Yale Universität) Machu Picchu wiederentdeckt, eine prächtige Inka-Stadt auf einem Berggipfel, die den Eindringlingen verborgen geblieben war. Auf dem höchsten Punkt in der Mitte der Stadt steht das wichtigste Heiligtum, der Intihuatana-Stein, der „Ort, an dem man die Sonne fesselt“. Das ist eine Steinsäule, die aus einem Granitblock herausragt, etwa so groß wie ein Konzertflügel. Dort hatte bei den Inkas der Priester bei der Wintersonnwende die Sonne an den Stein "gefesselt", um ihre Rückkehr im folgenden Jahr zu garantieren. Die Entdeckung des letzten verbliebenen Sonnentempels einer großen Stadt nährte die Vermutung, dass sich die königliche Linie der Inka möglicherweise während der Eroberung von Pizarro an diesem heiligen Ort in Sicherheit gebracht hatte.