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Konzerte 2012: - Motto: Soirées Musicales
Ltg. Michael Kummer
Freitag, 2.3.2012, 20 Uhr, Gilching, Gymnasium
Samstag, 3.3.2012, 19 Uhr, Bad Wiessee, Hotel zur Post
Sonntag, 4.3.2012, 19 Uhr, München, Gasteig, Carl-Orff-Saal
Eintrittspreise:
Gilching, Bad Wiessee: EUR 10, (Ermäßigungsber.: EUR 8,);
München: EUR 18, / EUR 15, / EUR 12,
Kartenvorverkauf ab Dezember 2011:
Gilching: H. Dyk, Tel. 0 89 - 66 11 44 oder info@abo-muc.de
Bad Wiessee: Hotel zur Post, Tel. 0 80 22 - 86 06-0;
www.hotel-zur-post-bad-wiessee.de
oder über die Tourist-Information, Tel. 0 80 22 - 86 03-21
München:
bei Petra Jercic, Tel. 089 - 66 47 81: info@abo-muc.de
oder München Ticket
Konzert-Flyer als pdf
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- Konzertprogramm 2012 - Motto: Soirées Musicales
Rossini/Britten - Soirées Musicales
Kenneth Hesketh - Danceries
David Bedford - Ronde For Isolde
Jörg Duda - Tuba-Konzert No. 2 - URAUFFÜHRUNG-, Solist: Andreas Hofmeir
Norman dello Joio - Fantasies on a Theme by Haydn
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- Gedanken von Michael Kummer zum Konzertprogramm 2012
(Artikel als pdf zum Ausdrucken)
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Große Faszination haben auf mich schon immer vor allem zeitgenössische Werke ausgeübt, die sich mit historischer Musik auseinandersetzen. Über reine Bearbeitungen hinaus beschäftigten sich immer wieder Komponisten von Rang mit bereits existierenden Stücken und suchten für diese ein neues Klanggewand, ja stellten zum Teil die ursprüngliche Werkstruktur um oder ordneten sie neu. Prominente Beispiele sind die Orchesterversionen der "Antiche Danze ed Arie" von Ottorino Respighi oder die "Pulcinella-Suite" nach Pergolesi von Igor Stravinsky, wobei letzterer vermutlich am weitesten in die kompositorische Struktur des Originals eingegriffen hat. Beinahe alle Werke des Konzertprojektes 2012 sind solche Kompositionen, fast alle original für Blasorchester konzipiert.
Ausnahme und zugleich Namensgeber für das ganze Programm ist das zu Beginn zum Erklingen gebrachte Werk: Benjamin Britten orchestrierte fünf späte Klavierwerke von Gioacchino Rossini aus dessen Pariser Zeit unter dem Titel Soirées Musicales. Diese entzückenden Miniaturen sind typische Beispiele aus der nur mehr gelegentlich und zum eigenen Vergnügen in Betrieb genommenen Werkstatt des vormals so extrem produktiven italienischen Opernkomponisten, der sich in diesem Lebensabschnitt auch intensiv der Kochkunst und dem Verzehr nicht nur seiner eigenen Produkte gewidmet hat.
Der 1968 in Liverpool geborene Kenneth Hesketh ist ein sehr erfolgreicher Exponent der jüngeren englischen Komponistengarde. Mit den 1999 erschienenen Danceries legt er ein viersätziges Werk für Blasorchester vor, das zum Teil historische, aber auch eigene, im alten Stil gehaltene Melodien in eine zeitgerechte Klangsprache packt. Ganz im Sinne Stravinskys werden hier auch die kompositorischen Strukturen einer sehr spezifischen Verarbeitung unterzogen und nicht nur das Klanggewand modernisiert. Heraus kommt eine sehr abwechslungsreiche und kurzweilige Suite im neo-barocken Stil, die an die Zeit des großen Dance Masters John Playford (1623-86) oder John Gays "Beggar's Opera" (1728) gemahnt.
Auch der 1937 in London geborene und jüngst verstorbene David Bedford hat sich in einem seiner Blasorchesterwerke mit historischer Musik auseinandergesetzt: Seine Ronde for Isolde ist ein Variationenwerk über ein Thema des Renaissance-Komponisten Tylman Susato (1510-70). Susatos "Ronde" ist dank der zahlreichen Fassungen für modernes Blechbläserensemble wie zum Beispiel das Philip-Jones-Brass-Ensemble in neuerer Zeit zu einem regelrechten Schlager geworden. Bedford nutzt die Möglichkeiten von Variationen zu einer sehr weitgehenden Metamorphose des ursprünglichen Materials in seiner unverwechselbaren Tonsprache mit zeitgenössischen Kompositionstechniken wie Bitonalität und Minimalismus. So zerlegt er nach der einleitenden Vorstellung des Themas die Strukturen und fügt sie neu zusammen, um am Schluss "ganz traditionell" das Thema Susatos triumphal zu präsentieren und wieder herzustellen. Mit dem Titel"Ronde for Isolde"stellt Bedford einen enigmatischen Bezug zu Richard Wagners Oper"Tristan und Isolde" her, der sich nach Bedfords Aussage durch eine Akkordfolge im langsamen Mittelabschnitt begründet. Dieses Motiv findet sich auch kurz im 2. Akt der Oper. Der Bezug ist aber mehr ein intellektuelles Spielchen denn greifbare musikalische Realität.
Der zweite Teil des Programms wird mit dem Hauptwerk des Abends eröffnet, der Uraufführung des "Konzertes No. 2 für Tuba und Blasorchester Op. 67/2" von Jörg Duda mit Andreas Hofmeir als Solisten. Dudas erstes Konzert für Tuba und Sinfonieorchester ist Andreas Hofmeir gewidmet und wurde von ihm im Oktober 2010 mit dem Kammerorchester Ingolstadt uraufgeführt. Nach diesem Konzert wurde an Duda die Bitte herangetragen, ob er es nicht auch für Tuba und Blasorchester bearbeiten könne; der Komponist hielt eine derartige Überarbeitung aber für strukturell nicht möglich und schrieb stattdessen sein zweites Tubakonzert.
Die Komposition ist zweiteilig angelegt, wobei die Sätze ineinander übergehen. Den 1. Satz "Rhapsodie" stellt der Komponist unter das Motto "Tuba auf Reisen". Verschiedene Themen werden vorgestellt und in Sonatenhauptsatzform verarbeitet, wobei sich als Reiseunterbrechungen und -etappen ein spanisches Thema, ein scherzohafter Tango und ein lyrisches Notturno dazwischen drängen. Bereits der Tango weist auf Dudas Vorliebe für finnische Melodien hin. Besonders deutlich wird dies im zweiten Satz "Rondo capriccioso", der den Charakter der "Polska", eines alten finnischen Volkstanzes, trägt und erneut mit verschiedenen in neue Gewänder verpackten Reminiszenzen an die Melodien des ersten Satzes aufwartet, bevor nach der Solokadenz eine Stretta das Werk virtuos brillant abschließt.
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Das letzte Werk des Abends ist als Auftragswerk für die Michigan School Band and Orchestra Association entstanden und deren langjährigem Dirigenten und Pädagogen Leonard Falcone gewidmet. 1968 erschienen die "Fantasies on a Theme by Haydn" aus der Feder eines der bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Komponisten, Norman dello Joio. Dieses Werk gründet nach dello Joios eigenen Worten auf eine Klavierkomposition des Wiener Klassikers Joseph Haydn: "Das Thema Haydns bot mir eine herrliche Gelegenheit, darüber in der musikalischen Sprache von heute zu phantasieren. Die drei Sätze stellen eine permanent veränderte Verarbeitung Haydns ursprünglicher Idee dar. Der sprudelnde Witz der ersten und dritten Phantasie flankiert eine zweite mit intensivem lyrischem Gehalt. Zusammengefasst ist das Werk meine Hommage an einen Komponisten, der auf ewig zeitgenössisch bleiben wird."
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Der Tubist Andreas Martin Hofmeir kehrt mit dem diesjährigen Konzertprojekt nach 2007, als er mit Rolf Wilhelms Tubakonzert Begeisterungsstürme beim Publikum entfachte, zum zweiten Mal zu seinen Wurzeln zurück: In den 90er Jahren spielte er zu Beginn seiner Karriere selbst im Akademischen Blasorchester.
Er ist als Solist und im Duett mit dem Harfenisten Andreas Mildner international gefragt. Er konzertierte u.a. mit dem SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover und dem Bruckner Orchester Linz sowie bei namhaften Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival, dem Festival Mitte Europa und dem Internationalen Harfenfestival in Rio de Janeiro. Als Solist erhielt er 2005 als erster Tubist überhaupt den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs in Berlin.
Er war Stipendiat in den Orchesterakademien der Berliner und Münchner Philharmoniker und spielte auch mit den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Bamberger Symphonikern und dem Bayerischen Staatsorchester. 2004 bis 2008 war er Solotubist des Bruckner Orchesters Linz.
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2006 wurde er an die Universität Mozarteum Salzburg und 2010 zum ordentlichen Universitätsprofessor berufen. Er gibt Meisterkurse in Europa und Brasilien.Neben seiner Tätigkeit als klassischer Musiker ist er Kabarettist und Autor. Darüber hinaus tauscht er oft die Klassik mit Funky-Groove und tourt mit der Band "Labrassbanda" durch Europa und die Welt.

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