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Programm 2011
Akademisches Blasorchester München
Motto: Nordic Landscapes
Ltg. Michael Kummer
Konzerte:
Freitag, 25.2.2011, 20 Uhr
Gilching, Gymnasium
Samstag, 26.2.2011, 19 Uhr
Bad Wiessee, Hotel zur Post
Sonntag, 27.2.2011, 19 Uhr
München, Gasteig, Carl-Orff-Saal
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Konzertprogramm 2011- Motto: Nordic Landscapes
1. Felix Mendelssohn Bartholdy / arr. Frank Winterbottom: Hebriden-Ouvertüre
2. Gustav Holst / arr. Clare Grundman: Somerset Rhapsody
3. Malcolm Arnold / John Paynter: Four Scottish Dances
4. Oliver Waespi: Skies
5. Philip Sparke: Land of the Long White Cloud
Zugaben: Johannes Hannsen: Valdres Marsch, E.Grieg/M. Lake: Morgenstimmung
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Mitwirkende Musiker/innen:
(in alphabetischer Reihenfolge)
Piccolo/Flöte:
Regina Dinkel (Kolbermoor)
Flöte:
Iris Eiglsperger (Würzburg)
Ines Haimmerer (Rohrdorf)
Melanie Lackner (München)
Andreas Litzlbeck
(Markt Schwaben)
Oboe/Englischhorn:
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)
Oboe:
Alexandra Schupp (Freising)
Birgit Wimmer (Ramsau)
Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)
B-Klarinette:
Marion Agatha (München)
Sabine Bachmaier (Burgkirchen)
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Helge Dyk (Weßling)
Hans Edelmann (Wolfsburg)
Claudia Keegan (Aiglsbach)
Peter Keegan (Aiglsbach)
Margit Kuczera (Forstern)
Steffi Reichhart (München)
Brigitte Rupp (Geretsried)
Georg Schied (Halfing)
Irene Schleifer (München)
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Alt-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)
Bass-Klarinette:
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)
Florian Wild (Bruckberg)
Alt-Saxophon:
Udo Appel (Holzhausen b. Buchloe)
Mathias Stößlein (Mering)
Tenor-Saxophon:
Richard Haimmerer (Rohrdorf)
Bariton-Saxophon:
Hubert Wallner
(Günzenhausen/Eching)
Fagott:
Wolfgang Greiter (Pliening)
Susanne Perret (Landshut)
Trompete/Flügelhorn/Cornet:
Katja Brunk (Landsberg/Lech)
Sabine Raith (Ainring)
Matthias Schelle (Deisenhofen)
Johannes Steinhart
(Bachern/Mering)
Andreas Stich (Deggendorf)
Franz Windshuber (Isen)
Waldhorn:
Felix Hofmeir (München)
Nikolaus Maier (Garching)
Maria Seidl (Waldkirchen)
Christian Weimer (München)
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Posaune:
Jürgen Hindel (München)
Bernhard Lang (Burgkirchen)
Christian Sonner (München)
Bassposaune:
Andreas Brenner (München)
Euphonium:
Rudolf Froschmayer (Soyen)
Christoph Metten (Sonnen)
Tuba:
Magdalena Grill (Soyen)
Andreas Klingspor (Geretsried)
Monika Kreuzpaintner (Grünwald)
Kontrabass:
Richard Schürger (Waakirchen)
Arnim Wittich (Bad Tölz)
Schlagwerk:
Sonja Bauer (Eching)
Ursula Haydl (Germering)
Andreas Köder (München)
Markus Wolf (Stephanskirchen)
Gerrit Wüsthoff (Eching)
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Nordic Landscapes
Gedanken von Michael Kummer zum Konzertprogramm 2011
Schon immer übten die nordischen Landschaften eine Faszination auf mich aus, die wilden phantastischen Klippen und Fjorde der skandinavischen und schottischen Küstenlinien, die kargen Landschaften der Highlands oder die vom stürmischen Wetter zerklüfteten Hügel der Isle of Skye und der Hebriden. Was lag also näher, als diese eindringlichen Bilder und Reiseerinnerungen einmal zum Gegenstand eines Konzertprogramms zu machen? Seit der Romantik hat sich Musik als hervorragend geeignet für Landschaftsbeschreibungen mit den unterschiedlichen Farben, Emotionen und Assoziationen erwiesen; es entstanden zahlreiche Werke, die Bestandteil der Weltliteratur wurden.
Am Beginn meiner Programmkonzeption steht ein frühes Beispiel programmatischer Landschaftsmusik: das Meisterwerk des damals gerade mal 20 Jahre jungen deutschen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, die Konzert-Ouvertüre Die Hebriden (bzw. „Die Fingalshöhle“) . Die Anregung dazu erhielt er durch eine Reise nach England und Schottland, bei der er mit dem mit ihm befreundeten Dichter Karl Klingemann am 7. August 1829 die Fingalshöhle auf der schottischen Insel Staffa besuchte. Da ihn die erste Fassung, die den Titel „Die einsame Insel“ trug, eher an „Kontrapunkt“ als an „Tran und Möwen“ erinnerte, überarbeitete er das Werk bis November 1833 zweimal. Die Erstaufführung der revidierten Fassung fand am 10. Januar 1833 unter der Leitung des Komponisten in Berlin statt. Sicher ist die Transkription eines so bekannten Werkes der klassischen Literatur für Blasorchester ein grenzwertiges Wagnis, es handelt sich aber bei der gewählten Bearbeitung des Engländers Frank Winterbottom ebenfalls schon um ein historisches Zeugnis aus den 1930er Jahren. In dieser Zeit vor der Popularisierung der Tonträger war die Bearbeitung ein legitimes Mittel zur Verbreitung wertvoller Musik abseits der kulturellen Zentren. Ich finde es zudem immer sehr spannend zu beobachten, wie sich ein kongenialer Bearbeiter den Herausforderungen der Komposition bei der Umsetzung für ein anderes Medium stellt und wie er diese löst. Heute im Multimedia-Zeitalter sind solcherlei Umsetzungen natürlich höchst kontrovers, dafür aber nicht weniger reizvoll.
Auch die nächsten beiden Werke sind Bearbeitungen für sinfonisches Blasorchester, allerdings bei weitem weniger problematisch, da sie sich zum einen von der Instrumentierung her sehr nahe am Original orientieren und zum anderen nicht zu den „Kronjuwelen“ der symphonischen Konzertliteratur zählen. Die Somerset Rhapsody des Engländers Gustav Holst über Melodien des südenglischen Somerset ist zu Unrecht wenig bekannt. Das mag vielleicht an der ausgiebigen solistischen Verwendung der Oboe d’Amore liegen oder auch einfach an der weitgehenden Ignorierung des kompositorischen Gesamtschaffens des Schöpfers der berühmten Orchestersuite „Die Planeten“ nicht nur im deutschen Konzertrepertoire. Die 1906 entstandene Somerset Rhapsody basiert auf Volksliedern, die der britische Forscher Cecil Sharp in Somerset gesammelt hat. Die epische Einleitung und der leise verklingende Schluss verarbeiten die lange pastorale Melodie des „Sheep Shearing Songs", gefolgt vom Marschlied „High Germany" und „The Lovers Farewell". In der Umsetzung dieser drei Melodien erweist sich Holst als Meister seines Faches, der auf hohem technischen Niveau wunderbare Farben und Stimmungen der herrlichen südenglischen Landschaft herauf beschwört.
Die Four Scottish Dances von Malcolm Arnold entstanden für das BBC Light Music Festival 1957 und beinhalten weitgehend originale traditionelle Melodien aus Schottland. Im Jahre 1978 entstand die vorliegende kongeniale Transkription des Werkes durch den Dirigenten und Schriftsteller John P. Paynter. Der erste Tanz ist im Stile eines langsamen „Strathspeys“ im 4/4-Takt mit vielen charakteristischen Punktierungen. Der zweite, ein lebhafter für Schottland so typischer „Reel“, präsentiert in der Mitte des Satzes ein extensives parodistisches Fagottsolo. Der dritte Tanz ist im Stile eines Liedes von den Hebriden gehalten und versucht einen Eindruck vom Meer und der friedlichen Landschaft an einem ruhigen Sommertag zu vermitteln. Der lebhafte „Fling" als letzter Tanz leitet seine Charakteristik im Wesentlichen vom Klang leerer Streichinstrumenten-Saiten ab.
Der 39-jährige Schweizer Oliver Waespi schuf im Jahr 2000 die Komposition Skies für sinfonisches Blasorchester - ein Auftragswerk für die schweizerischen Musikverbände. Waespi setzt sich in dieser sinfonischen Dichtung mit den unterschiedlichen Stimmungen des Himmels über englischen und schottischen Landschaften auseinander. So schildert er nach einer lyrischen Einleitung die Wolken und den Regen auf der Insel Skye, um dann nach Wind und Wellen die Südküste der Halbinsel Penwith im Sommer zu beschreiben. Abschließend steht eine Illustration des Mittags am Trenn Cliff und lässt das groß angelegte Werk nach einem finalen Höhepunkt mit lyrischen, leisen Tönen verklingen. Waespi gelingt eine sehr individuelle und durchaus zeitgenössische Klangsprache, die stets klangsinnlich und ästhetisch ansprechend einen hohen Assoziationswert erreicht und damit äußerst plastisch die Darstellung der gewählten Inhalte bewirkt.
Das abschließende Werk stellt die Programmkonzeption quasi auf den Kopf - die nordischen Landschaften erhalten ihren geografischen Kontrapunkt auf der südlichen Hemisphäre, allerdings ohne dass hierbei der starke inhaltliche Bezug verloren geht. Neuseeland ist die Bühne dieser Komposition; vor allem die Südinsel stellt landschaftlich ein verblüffendes Spiegelbild der nordeuropäischen Gebirgszüge dar. Nicht von ungefähr nannten die ersten Kolonisten das Hauptmassiv die „Southern Alps“. Die ursprünglich im Jahr 1980 vom Engländer Philip Sparke für Brass Band verfasste Komposition The Land of the Long White Cloud (Aotearoa) schrieb er 1988 selbst für Sinfonisches Blasorchester um. Er schreibt über das Werk: „Lange bevor sich Europa über die Sichtweite des Festlands hinauswagte, hat das stolze und ruhelose Volk der Maori bereits Reisen von tausenden von Meilen über die größten Ozeane der Welt unternommen. Etwa um 1000 v. Chr. landeten sie in Neuseeland. Diese Entdeckung wird in der Maori-Überlieferung dem Häuptling Kupe zugeschrieben und die ersten Beobachtungen beim Erblicken des Landes gaben der Insel ihren Maori-Namen. Als die Boote dem Festland näher kamen, konnten die Ankömmlinge eine längliche, flache weiße vulkanische Wolke sehen. Kupes Frau Hine-te-aparangi schaute zum Horizont und rief laut: ‚He ao! He ao! Eine Wolke! Eine Wolke!’ Danach wurde die Insel Aotearoa genannt - Das Land der langen weißen Wolke.“
Michael Kummer, im November 2010
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