Akademisches Blasorchester München - Foto
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ABO-Flyer 2010 Programm:
Akademisches Blasorchester München 2010
Motto: Music of the Spheres
Ltg. Michael Kummer

Konzerte:
Freitag, 5.3.2010, 20 Uhr
Gilching, Gymnasium

Samstag, 6.3.2010, 19 Uhr
Bad Wiessee, Hotel zur Post

Sonntag, 7.3.2010, 19 Uhr
München, Gasteig,
Carl-Orff-Saal

Konzertprogramm 2010 - Motto: „Music of the Spheres“
1. Gustav Holst: aus "Die Planeten" die Sätze "Mars" und "Jupiter"
2. John Williams/arr. Donald Hunsberger: Star Wars Trilogy
3. Thomas Doss: Luceafarul - The Evening Star
4. Philip Sparke: Music of the Spheres 
Zugaben: S. Barber: Commando March, I. Strawinsky: Feuervogel Finale

Mitwirkende Musiker/innen:
(in alphabetischer Reihenfolge)

Piccolo/Flöte:
Regina Dinkel (Kolbermoor)
Johanna Hagmann (München)

Flöte:
Monika Bendner (Wasserburg/Inn)+Altflöte
Iris Eiglsperger (Würzburg)
Ines Haimmerer (Rohrdorf)
Andreas Litzlbeck
(Markt Schwaben)


Oboe/Englischhorn:
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)

Oboe:
Alexandra Schupp (Freising)
Birgit Wimmer (Ramsau)

Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)

B-Klarinette:
Sabine Bachmaier
(Burgkirchen)
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Helge Dyk (Weßling)
Hans Edelmann (Wolfsburg)
Claudia Keegan (Aiglsbach)
Peter Keegan (Aiglsbach)
Margit Kuczera (Forstern)
Steffi Reichhart (München)
Brigitte Rupp (Geretsried)
Georg Schied (Halfing)
Irene Schleifer (München)
Susanne Strasser (Viechtach)
Alt-/Kontrabass-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)

Bass-Klarinette:
Florian Wild (Bruckberg)
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)

Alt-Saxophon:
Udo Appel
(Holzhausen/Buchloe)
Mathias Stößlein (Mering)

Tenor-Saxophon:
Hanna Huber (Eiselfing)

Tenor-/Bariton-Saxophon:
Hubert Wallner
(Günzenhausen/Eching)

Fagott:
Wolfgang Greiter (Pliening)
Susanne Perret (Landshut)

Trompete/Flügelhorn/Cornet:
Katja Brunk (Buchloe)
Sabine Raith (Ainring)
Vinzenz Huber (Eiselfing)
Matthias Schelle (Deisenhofen)
Johannes Steinhart
(Bachern/Mering)
Andreas Stich (Deggendorf)
Franz Windshuber (Isen)

Waldhorn:
Sepp Bichler (Kiefersfelden)
Felix Hofmeir (München)
Nikolaus Maier (Garching)
Ferdinand Palm (Lohmen)
Maria Seidl (Waldkirchen)
Christian Weimer (München)
Posaune:
Jürgen Hindel (München)
Bernhard Lang (Burgkirchen)
Anja Reßle (Geisenfeld)
Christian Sonner (München)

Bassposaune:
Andreas Brenner (München)

Euphonium:
Rudolf Froschmayer (Soyen)
Christoph Metten (Sonnen)

Tuba:
Magda Grill (Soyen)
Monika Kreuzpaintner
(Grünwald)
Georg Vögele (Hurlach)

Kontrabass:
Richard Schürger
(Waakirchen)

Klavier/Kontrabass:
Arnim Wittich (Bad Tölz)

Harfe:
Heidi Aigner
Reichertsheim

Schlagwerk:
Sonja Bauer (Eching)
Ursula Haydl (Germering)
Oliver Kessler (München)
Andreas Köder (München)
Markus Wolf (Rosenheim)
Gerrit Wüsthoff (Eching)



Konzertmotto 2010: "Music of the Spheres" – Sphärenmusik
Gedanken zum Programm 2010 von Michael Kummer

Vor einigen Jahren saß ich mit Philip Sparke gemeinsam im Aufnahmeleiterzimmer bei der Ersteinspielung seiner Music of the Spheres mit der Deutschen Bläserphilharmonie und dachte mir, wie gut sich dieses zwar technisch anspruchsvolle, aber auch extrem wirkungsvolle Stück als Aufhänger für ein ganzes Programm eignen würde. In diesem Werk ist alles enthalten, was Sparkes Musik so faszinierend macht – Virtuosität gepaart mit lyrischen klangvollen Passagen ebenso wie immer wieder das Aufblitzen eines kaum zu bändigenden Humors und alles in herrlicher Instrumentation verpackt. Jede Instrumentengruppe wird zwar bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert, aber jeder Musiker sieht auch gleich von Anfang das große Ganze und wird für seine Anstrengungen mit großer Spielfreude an einem äußerst dankbaren Objekt belohnt. Ebenso wie die Wirkung auf die Musiker ist aber auch die Wirkung nach außen groß – es ist völlig unvorstellbar, dass die Begeisterung der Ausführenden nicht sofort und unmittelbar auf die Zuhörerschaft überspringt und jeden in ihren Bann zieht. Ausgehend von diesem bestechenden Werk, das den Abschluss und Höhepunkt des diesjährigen Konzertprogramms bildet, ergibt sich schnell ein reizvolles Panorama mit Werken, die sich, in den verschiedenen Epochen und Stilistiken komponiert, mit der phantastischen Welt des Universums auseinandersetzen.

Fast zwangsläufig fällt der Blick dabei auf Gustav Holst und sein berühmtestes Orchesterwerk Die Planeten aus dem Jahre 1914. Das insgesamt siebensätzige Werk würde natürlich den Rahmen dieser Programmkonzeption sprengen, ist es doch mit seiner Spielzeit von knapp 60 Minuten alleine abendfüllend. Interessanterweise wurden Die Planeten aber schnell so populär, dass zwei Sätze daraus – der erste Satz Mars (Der Kriegsbringer) und der vierte Satz Jupiter (Der Bringer der Fröhlichkeit) – bereits in den 20er-Jahren, vermutlich sogar von Holst selbst, für Blasorchester bearbeitet und beim renommierten Verlag Boosey and Hawkes veröffentlicht wurden. Diese zwei janusköpfigen und in ihrem Kontrast wunderbar zusammen wirkenden Sätze stehen am Beginn des Konzerts und eröffnen eine historisch frühe Sicht in eine musikalische Welt, die im Laufe der späteren Zeit die Klanglichkeit und Struktur speziell der Filmmusik erheblich beeinflusst hat.

So wirkt die vom wohl erfolgreichsten Filmmusikkomponisten John Williams stammende Musik zu dem legendären Filmzyklus Star Wars von George Lucas wie ein direktes Erbe von Holsts Ideen. In fünf ineinander übergehenden Sätzen (The Imperial March – Princess Leia’s Theme – Battle in the Forest – Yoda’s Theme – Star Wars) präsentiert uns der kongeniale Bearbeiter Donald Hunsberger (der langjährige Leiter der Blasmusikabteilung der legendären amerikanischen Eastman School of Music in Rochester) mit der Star Wars Trilogy die weithin bekannten unsterblichen Melodien, die sicher einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass diese Filme auch heute noch sehr viele Menschen immer wieder faszinieren.

Die Sterne haben sowohl die Mythologie als auch die Sagen von Alters her stets beeinflusst. Thomas Doss, österreichischer Ausnahmekomponist mit sehr eigener charakteristischer Handschrift, hat das erste Werk unserer zweiten Konzerthälfte mit dem Titel Luceafarul dem gleichnamigen Gedicht des rumänischen Volksdichters Mihai Eminescu gewidmet. Es beruht auf einer alten rumänischen Sage über eine Prinzessin, die sich in den Abendstern (Luceafarul) verliebt. Dieser erwidert ihre Gefühle und steigt eines Abends in Menschengestalt zu ihr herab. Doch die Liebe der beiden scheitert letztendlich an ihren Ängsten und seiner Erkenntnis, dass solch eine Verbindung zwischen Himmel und Erde unmöglich ist.

Daran schließt sich das schon eingangs angesprochene Werk von Philip Sparke an: Music of the Spheres spiegelt die Faszination des Komponisten für den Ursprung des Universums und des Weltraums wider. Der Titel bezieht sich auf die auf den griechischen Philosophen Pythagoras zurückgehende Theorie der Sphärenharmonie, welche besagt, dass der Kosmos von denselben Gesetzen, der Harmonia (was aus dem Altgriechischen übersetzt Tonleiter oder Stimmung bedeutet), regiert wird, die auch das Verhältnis der Frequenzen der Noten einer Tonleiter zueinander bestimmen. Pythagoras glaubte auch, dass diese Abstände den Entfernungen der sechs damals bekannten Planeten von der Sonne entsprechen und dass jeder Planet einen Ton erzeugt, die zusammen eine kontinuierliche himmlische Melodie produzieren, die für die Menschen leider unhörbar ist. Auf diese Überlegungen des Pythagoras aufbauend verwendet Sparke diese sechs Töne als Grundlage für die beiden späteren Abschnitte des Werks Music of the Spheres und Harmonia. Das Stück beginnt – dargestellt durch ein Hornsolo – mit dem Moment vor dem Big Bang, dem Urknall. Dieser Urknall, aus dem sich das gesamte Universum entwickelte und durch den Zeit und Raum entstanden, wird dann selbst in einem schnellen Teil dargestellt. In einem langsameren Teil The Lonely Planet (Der einsame Planet) sinniert Sparke über das unglaubliche und unwahrscheinliche Zusammenspiel der Umstände, die zur Entstehung der Erde als Planet geführt haben, der Leben hervorbringen kann, sowie über die fortwährende Suche der Menschheit nach anderen Zivilisationen andernorts im Universum. Der darauffolgende lebhafte Abschnitt Asteroids and Shooting Stars (Asteroiden und Sternschnuppen) beschreibt diese schön anzusehenden, aber auch gefährlichen Himmelskörper, die durch den Weltraum fliegen und für die Erde eine ständige Bedrohung darstellen. Nach den bereits angesprochenen Abschnitten Music of the Spheres und Harmonia endet das Stück dann mit The Unknown (Das Unbekannte). Sparkes Werk lässt offen, ob die immer weiter fortschreitende Erforschung des Universums letztendlich zur Erkenntnis oder zur Zerstörung führen wird.

Mit diesem Höhe- und Kulminationspunkt des Konzertabends schließt sich hier auf höchst wirkungsvolle Weise der von Gustav Holsts Blick in die Sterne ausgehende Kreis.

MK/11.09



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