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Programm 2007:
Akademisches Blasorchester München - Konzerte 2.-4. März 2007
Freitag, 2.3.2007
20 Uhr
Gilching, Gymnasium
Samstag, 3.3.2007
19 Uhr
Bad Wiessee, Hotel zur Post
Sonntag, 4.3.2007
19 Uhr
München, Gasteig, Carl-Orff-Saal
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Konzertprogramm 2007 - Motto: Tanzvisionen, Ltg. Michael Kummer
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Amilcare Ponchielli (18341886) / arr. Stephan Ametsbichler
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Tanz der Stunden
aus „La Gioconda“
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Paul Kühmstedt (19081996)
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Tanzvisionen (1978)
1. Der Dandy
2. Die Übermütige
3. Pierrot und Pierrette
4. Springinsfeld
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Rolf Wilhelm (*1927)
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Tubakonzert (1983/1998)
Solist: Andreas Hofmeir
1. Moderato deciso
2. Andante lirico
3. Allegro comodo |
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Martin Ellerby (*1957)
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Evocations
1. Harlequin’s Carnival
2. The Death of Don Quixote
3. Sueno (Dream)
4. The Royal Hunt of the Sun |
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Philip Sparke (*1951)
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Dance Movements
1. Ritmico
2. Molto vivo (for the Woodwinds)
3. Lento (for the Brass)
4. Molto ritmico |
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Zugabe: |
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Leo Delibes
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Les Chasseresses |
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| Bei unserem Konzert am 4.3.07 im Carl-Orff-Saal, v.l.: Dirigent Michael Kummer, Komponist Rolf Wilhelm und Tubasolist Andreas Hofmeir |
Piccolo/Flöte:
Regina Dinkel (Rosenheim)
Flöte:
Andreas Litzlbeck (Isen)
Monika Machl (Penzing/Wasserburg)
Gertrud Morgott (Thansau/Rohrdorf)
Ines Thalmeier (Rohrdorf)
Oboe:
Alexandra Bermel (Zolling)
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)
Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)
B-Klarinette:
Marion Agatha (München)
Sabine Bachmaier (Burgkirchen)
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Pia Budian (München)
Helge Dyk (Weßling)
Hans Edelmann (Wolfsburg)
Claudia Keegan (Aiglsbach)
Peter Keegan (Aiglsbach)
Margit Kuczera (Forstern)
Brigitte Rupp (München)
Georg Schied (Halfing)
Susi Strasser (Viechtach)
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Alt-/Bass-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)
Bass-Klarinette:
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)
Sopran-/Alt-Saxophon:
Udo Appel (Holzhausen/Buchloe)
Alt-Saxophon:
Mathias Stößlein (Mering)
Tenor-Saxophon:
Hans Hell (Rosenheim)
Bariton-Saxophon:
Hubert Wallner (Günzenhausen/Eching)
Fagott:
Wolfgang Greiter (Pliening)
Susanne Perret (Landshut)
Waldhorn:
Sepp Baumgartner (Wasserburg/Inn)
Sepp Bichler (Kiefersfelden)
Michael Gartner (Rohrdorf)
Nikolaus Maier (Garching)
Christian Weimer (München)
Trompete:
Pascal Imhoff (Sauerlach)
Felix Hofmeir (München)
Markus Mailänder (Schwindegg)
Michael Morgott (Thansau/Rohrdorf)
Andreas Stich (Ruhmannsfelden)
Franz Windshuber (Isen)
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Posaune:
Jürgen Hindel (München)
Bernhard Lang (Burgkirchen)
Anja Reßle (Geisenfeld)
Bassposaune:
Andreas Brenner (München)
Euphonium:
Rudolf Froschmayer (Soyen)
Christoph Metten (Sonnen)
Tuba:
Magda Grill (Soyen)
Monika Kreuzpaintner (Grünwald)
Georg Vögele (Hurlach)
Kontrabass:
Hans Danninger (Bad Tölz)
Richard Schürger (Waakirchen)
Arnim Wittich (Bad Tölz)
Schlagzeug:
Ursula Haydl (Germering)
Andreas Köder (München)
Oliver Kessler (München)
Markus Wolf (Rosenheim)
Gerrit Wüsthoff (Taufkirchen)
Klavier:
Arnim Wittich (Bad Tölz)
Harfe:
Regina Bauer (München)
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| Erläuterungen zum Programm: |
Tanzvisionen
einige Gedanken von Michael Kummer zum Konzertprogramm des Akademischen Blasorchesters München 2007
Musik und Bewegung ist von jeher ein enges Begriffspaar und man liegt sicher nicht falsch mit der Vermutung, dass das menschliche Bedürfnis nach Tanz, dem musikalischen Ausdruck in der Bewegung, einer der Hauptauslöser für die spektakuläre Entwicklung der Musik im europäischen Raum war. Diese tänzerischen Elemente sind, neben lyrischen und atmosphärischen, natürlich immer wieder in meinen Programmgestaltungen immanent gewesen, jedoch wollte ich schon lange einmal ein Programm mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt zusammenstellen. Auslöser war die Erinnerung an die Einstudierung eines Werkes durch meinen Kollegen Harry Bath aus Kirchheim bei den Eifeler Musiktagen vor beinahe 20 Jahren, die mir in lebhafter Erinnerung geblieben ist: die Tanzvisionen des 1996 verstorbenen schwäbischen Tonsetzers und Dirigenten Paul Kühmstedt, dessen zahlreiche Werke mittlerweile weitgehend vergessen sind. Allein schon der Titel ist ein höchst plastisches und passendes Motto für den ganzen Konzertabend und die Wiederbegegnung mit diesem Werk hielt durchaus, was sie in meiner Erinnerung versprach. In vier Episoden schafft Kühmstedt herrliche Charakterstudien: Der Dandy mit seinen Launen, Die Übermütige mit einem burlesken, kapriziösen Walzer, Pierrot und Pierrette, ein atmosphärisch schwebendes Liebesduett zweier sehr unterschiedlicher Charaktere und schließlich der Springinsfeld, ein an eine Tarantella gemahnendes, sehr rascher Satz im 6/8tel-Takt.
An den Anfang des Konzertes gelangte ein weiteres Stück, das seit langer Zeit zu einem meiner Lieblingsstücke zählt, seit ich die filmische Visualisierung in Disneys Meisterwerk Fantasia als kleiner Bub gesehen hatte: Der Tanz der Stunden aus der fast vergessenen Oper La Gioconda von Amilcare Ponchielli aus dem Jahre 1876. Für Blasorchester allerdings gab es nur verkürzte Bearbeitungen dieses Meisterwerkes, bis dankenswerterweise Stephan Ametsbichler 1998 eine dem Werk adäquate Transkription anfertigte. Mit dem Tanz der Stunden gelingt Ponchielli eine der zauberhaftesten instrumentalen (Ballett-)Einlagen der Operngeschichte des 19. Jh. In einem fein abgestimmten Farbenspiel melodischer und instrumentaler Einfälle charakterisiert und illustriert er die Stunden des Tages, von der Morgendämmerung bis zur romantisch verklärten Sommernacht. Nachdem sich alle Stunden des Tages eingefunden haben, kündet ein Uhrwerk vom nächsten Tag und alle Stunden vereinen sich zu einem ausgelassenen Galopp.
Der junge Tubist Andreas Hofmeir (siehe auch rechts) hat vor zwei Jahren den renommierten Musikpreis des Deutschen Musikrates gewonnen. Im Rahmen dieses Preises werden vom Deutschen Musikrat Konzertauftritte gefördert eines davon ist der heutige Abend. Das erklingende Solowerk stammt aus der Feder des Grünwalder Komponisten Rolf Wilhelm, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiern wird und dessen Werke immer wieder in den Programmen des Akademischen Blasorchesters zu finden sind. Sein Concertino für Tuba und Blasorchester ist die Überarbeitung eines Werkes aus dem Jahre 1983, das für meinen geschätzten Lehrer Robert Tucci, langjähriger Tubist des Bayerischen Staatsorchesters, anlässlich der Internationalen Euphonium- und Tubakonferenz an der Universität von Maryland entstanden ist. Bei der deutschen Uraufführung in München durch den Orchesterverein Wilde Gungl saß ich damals an der Orchestertuba und fand sofort Gefallen an diesem spritzigen und tänzerischen Werk.
Zwei neuere Werke aus England runden das Programm im zweiten Teil ab. Zunächst die Evocations (Geisterbeschwörungen) von Martin Ellerby, ein viersätziges Werk, entstanden 2001 für das National Youth Wind Ensemble of Scottland. Die vier kontrastierenden Abschnitte beruhen auf spanischen Themen, ohne allerdings nationale Folklore-Elemente zu beinhalten. Der erste Satz Harlequin’s Carnival setzt inspiriert von einem Gemälde des Surrealisten Miró die Thematik des Bildes in einem kapriziösen Tanz um. Der zweite Satz The Death of Don Quixote, inspiriert von der berühmten Novelle von Cervantes, stellt den Trauerzug des großen Ritters dar. Sueno (Traum), nach einem Gedicht von Lorca, ist ein weiches, transparent gehaltenes Zwischenspiel vor dem Finale, dem Royal Hunt of the Sun, der feierliche Tänze Spaniens wachruft. Als Vorlage dient hier ein Schauspiel von Peter Shaffer, das sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier im 16. Jahrhundert befasst.
Philip Sparke, ebenfalls ein gern gesehener Gast in unseren Programmen, gelang mit dem 1996 entstandenen Dance Movements ein phantastisches Werk in der obersten Schwierigkeitsklasse. Es wurde als Auftragswerk für die United States Air Force Band, eines der besten Blasorchester der Welt, komponiert und 1996 bei der Tagung der Florida Music Educators Association uraufgeführt. Die Dance Movements gehören zu Sparkes bedeutendsten Werken. Die vier Sätze werden ohne Pause gespielt. Der erste und letzte sind für das ganze Blasorchester, die mittleren Sätze aber nur für Holzbläser bzw. Blechbläser jeweils mit Schlagzeug, Harfe, Klavier und Kontrabass gesetzt. Die Musik ist sehr rhythmisch und virtuos. Einflüsse von Strawinsky sowie aus Bernsteins West Side Story, u. a. sind nicht zu überhören, wie der Komponist selbst zugibt.

Andreas Hofmeir, *1978 in München. In Geisenfeld/Holledau aufgewachsen fand er über Klavier, Schlagzeug und Tenorhorn mit zwölf Jahren zur Tuba. Nach Privatunterricht bei Robert Tucci (Bayerische Staatsoper) und einer zweijährigen Mitgliedschaft im Akademischen Blasorchester München studierte er seit 1998 bei Prof. Dietrich Unkrodt (Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Berlin), Michael Lind (Königliche Musikhochschule Stockholm) und Prof. Jens Björn-Larsen (Musikhochschule Hannover). Er war Stipendiat der Orchesterakademien der Berliner und der Münchner Philharmoniker und spielte weiterhin auch mit den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Bamberger Symphonikern und dem Bayerischen Staatsorchester. Gegenwärtig ist er Solotubist im Bruckner-Orchester Linz unter Dennis Russell Davies.
Als Solist gewann er 2004 den renommierten Internationalen Tubawettbewerb Citta di Porcia in Pordenone (Italien) und 2005 den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs. Bei seinen Soloauftritten im In- und Ausland ist er oftmals im Duett mit Harfe zu hören, eine Kombination, für die er extra Komponisten warb. Solistisch konzertiert Andreas Hofmeir in vielen europäischen Ländern, in der Vergangenheit u.a. mit dem SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern und dem Rundfunksinfonieorchester Berlin sowie bei namhaften Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen und dem Festival Mitte Europa. Mit der Deutschen Bläserphilharmonie spielte er das Tuba Concerto von Martin Ellerby auf CD ein. Beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2006 war er Mitglied der Jury für Tuba solo. Im September 2006 wurde er als Lehrbeauftragter ans Mozarteum Salzburg berufen.
Neben seiner Tätigkeit als Musiker steht er seit sieben Jahren auch als Kabarettist auf der Bühne, derzeit mit dem Ensemble Die Qualkommission, für die er auch als Autor tätig ist.
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