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Programm 2005:
Akademisches Blasorchester München - Konzerte 4.-6. März 2005
Konzerttermine:
Fr. 4.3.2005, 20 Uhr,
Gilching, Gymnasium, Talhofstr. 7
Sa. 5.3.2005, 20 Uhr,
Bad Wiessee, gr. Saal Hotel Post
So. 6.3.2005, 19 Uhr,
München, Gasteig, Carl-Orff-Saal
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Erläuterungen zum Programm von Michael Kummer:
Soundtrack
Große Musik zu Hollywood-Highlights
Schon seit Jahren reizt es mich sehr, einmal ein komplettes Programm mit Werken aus den Federn berühmter Filmkomponisten zu machen. Gerade diese Musik hat das Medium "Blasorchester" ja nicht unerheblich inspiriert und beeinflusst. Die meisten Originalwerke dieser Gattung sind im Tonfall gleich oder zumindest sehr verwandt. Die Problematik dieses Unternehmens sitzt naturgemäß in den Fragen der Bearbeitung, denn die Originale sind selbstverständlich für Symphonieorchester konzipiert und formal nicht als eigenständige Kompositionen angelegt - vielmehr dienen sie dem Zweck der Untermalung, der Illustration. Geeignete Umarbeitungen zu finden erweist sich bei näherer Betrachtung gar nicht als so einfach, wenn man hohe Qualitätsmaßstäbe anlegt. Die Arrangements sollen ohne den Film wirken, nicht zu einfach gestrickt sein und dürfen weder zu kurz noch zu lang erscheinen. So verringert sich das relativ große Notenangebot sehr schnell.
An den Beginn des Programmes habe ich einen Klassiker der Zeichentrickfilmkunst des legendären Walt Disney gesetzt. Sein Meisterwerk Fantasia aus dem Jahre 1939 illustriert auf spektakuläre Weise bekannte Werke aus der klassischen Musik, wie etwa Beethovens Pastorale, Bachs Toccata und Fuge d-Moll, Ponchiellis Tanz der Stunden oder erstaunlich genug für die damalige Zeit - Strawinskys Sacre du Printemps. Bei uns erklingt Mussorgskys phänomenales Orchesterscherzo "Die Nacht auf dem kahlen Berge", die Disney kongenial als Hexensabbat in bunte und teils schockierende Bilder umgesetzt hat. Im Gegensatz zu der Filmfassung, die in Schuberts Ave Maria mündet und dem Film zeitgemäss eine leicht kitschige Wendung gibt, beenden wir das Werk in der originalen, von Rimskij-Korssakow erstellten Orchesterfassung.
Der deutsche in Grünwald lebende Komponist Rolf Wilhelm hat im Laufe seines sehr produktiven Lebens zahlreiche Filme mit dem passenden Soundtrack versehen - darunter große Erfolge wie "Via Mala", die "Lausbubengeschichten" und die Loriotfilme "Pappa ante Portas" und "Ödipussi". Atze Brauners ambitioniertes zweiteiliges deutsches Filmepos "Die Nibelungen" (Regie: Harald Reinl) aus dem Jahre 1962 wurde von Wilhelm opulent und der großen Versuchung Wagners Erbe zu beschwören erfolgreich widerstehend untermalt. Das neu erschienene Arrangement von Joseph Kanz lässt diesen großen deutschen Kinoerfolg in einer prominenten Fassung wieder auferstehen.
Ein Programm zum Thema Filmmusik ohne die Musik von John Williams ist undenkbar und so kommen gleich zwei Werke von ihm zur Aufführung. Kein anderer is so vielseitig in der Klangsprache und hat für so unterschiedliche Filme wie "Star Wars", "Superman", "Terminal", "Sieben Jahre in Tibet", "Schindlers Liste", "Catch Me if You Can" um nur einige zu nennen ebenso distinguierte Klangwelten geschaffen. Die "Indiana-Jones-Trilogie", die sich den phantastischen Abenteuern des von Harrison Ford gespielten Archäologen Dr. Jones widmet ist mit seinen exotischen Schauplätzen ein geradezu idealer Tummelplatz für Williams um voll aus seiner Truhe musikalischer Fähigkeiten zu schöpfen.
Mit den "Cowboys", einem in Deutschland nicht ganz so bekannt gewordenen Film aus dem Jahre 1971 kommt am Schluss des Programmes John Williams zum zweiten Male zu Wort. Diese relativ frühe Filmmusik wird von vielen Fachleuten als seine Beste betrachtet und untermalt mit formbildender Klangsprache die Bilder von der Weite Amerikas, bekannt aus den zahlreichen Cowboyfilmen. Nebenbei - "Cowboys" war der letzte Filmauftritt der Hollywood-Legende John Wayne.
An den Beginn des zweiten Teiles kommt ein Klassiker aus der Feder des Amerikaners Michael Kamen, der auch einer der Großen der Filmmusikszene ist - "Robin Hood" aus dem Jahre 1991 mit Kevin Costner und Morgan Freeman. Der wohlbekannte historische Gegenstand wurde recht oft verfilmt, jedoch darf diese Warner-Produktion wohl als die Gelungenste betrachtet werden. Kamens großartige Musik mit viel Lokalkolorit hat zu diesem Umstand nicht wenig beigetragen - die Umsetzung für symphonisches Blasorchester ist auch hervorragend gelungen.
Ein weiterer Disney-Film mit der Musik von Richard Sherman rundet das Programm ab. Das "Dschungelbuch" nach dem weltberühmten Roman von Rudyard Kipling mit den bei Alt und Jung beliebten Figuren Mogli, Balu der Bär und Baghira dem Panther ist sicher einer der populärsten Zeichentrickfilme überhaupt geworden. Die herrliche Musik hat dazu sicher einen erheblichen Teil beigetragen und Songs wie "Machs nur mit Gemütlichkeit" oder "Ich bin der König im Affenstall" (in der herrlichen Interpretation von Claus Havenstein) sind echte Evergreens geworden, die noch heute jeder kennt - und das obwohl der Film schon 1967 entstanden ist.
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