Akademisches Blasorchester München - Foto
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Programm 2004:

Akademisches Blasorchester München
Konzerte 5.-7. März 2004
Fr. 5.3.2004, 20 Uhr,
Gilching, Gymnasium, Talhofstr. 7
Sa. 6.3.2004, 20 Uhr,
Bad Wiessee, gr. Saal Hotel Post
So. 7.3.2004,
19 Uhr,
München, Gasteig, Carl-Orff-Saal

Eintrittspreise:
Gilching, Bad Wiessee: EUR 8,-
(EUR 6,- Ermäßigungsberechtigte)
München: EUR 10,- / EUR 13,- / EUR 16,-
(
inkl. EURO 1,- Systemgebühr)

Kartenvorverkauf:
Gilching: Tel. 0 89 - 66 11 44
Bad Wiessee: Hotel zur Post, Tel. 0 80 22-86 06-0
München: München Ticket, Tel. 0 89-54 81 81 81

Programm: "Illustrationen"
Richard Strauss: Königs-Marsch
Guy Woolfenden: Gallimaufry
Guido Rennert: Konzert Nr.1 für Alt-Saxophon und sinfon. Blasorch.,
Solistin: Monika Leufgen
Philip Sparke: Sunrise at Angel's Gate
Hans Mielenz: Cabo da Roca
Frank Ticheli: Vesuvius
Zugaben:
Percy Grainger: Harvest Hymn
John Williams / Paul Lavender: March from "1941"
Erläuterungen zum Programm von Michael Kummer:
Für dieses Projekt habe ich den Titel "Illustrationen" gewählt, weil die Kompositionen Assoziationen hervorrufen, was besonders in den Naturschilderungen des zweiten Teiles erkennbar wird. Aber auch die Werke des ersten Teiles sind sehr bildhaft und lassen den geneigten Zuhörer in ein Geflecht von Erinnerungen und teils sehr konkreten Vorstellungen eintreten.

So stellt sich mit Richard Strauss’ 1905/06 entstandenem "Königsmarsch" sofort die Verbindung zur repräsentativen Welt des bayerischen Königshauses um 1900, der so genannten "guten alten Zeit" ein, in der der Himmel noch weiß-blau und die "Schövo-Lescher" mit ihren farbenprächtigen Uniformen ins Manöver (und nicht in den Krieg) gezogen sind. Neben prunkvollen Fanfaren und dem Gepränge des vollen Orchesters zeigt sich Strauss aber auch als Meister der kantablen Melodie, die einschmeichelnder kaum sein kann und den bezaubernden Charme der Monarchie noch einmal einfängt, manifestiert durch den feschen Leutnant, der sich zärtlich um die reizende Küchenmamsell auf dem Kocherl-Ball bemüht. Das klangschöne Werk ist aus Strauss’ eigener Hand nur als Klavierfassung mit Instrumenationsangaben erhalten. Arrangiert wurde es auf sehr einfühlsame Weise von Stephan Ametsbichler, der sich bei solchen Aufgaben schon des öfteren bewährt hat.

In eine ganz andere, aber nicht weniger imaginative Welt führt uns der englische Komponist Guy Woolfenden: William Shakespeare und seine Königsdramen um Heinrich IV. Der Titel "Gallimaufry" benutzt ein Wort, das der große englische Autor im "Wintermärchen" und den "Lustigen Weibern von Windsor" generiert und laut Woolfenden ein "Medley; any confused jumble of things; but strictly speaking. a hotch potch made up of all the scraps of the larder" darstellt, also ein sehr elaboriertes Synonym für das allbekannte "Potpourri". In sechs ineinander übergehenden Sätzen beschwört er so die vielfarbige Welt der Renaissance mit den schillernden Figuren König Heinrich IV., dessen Sohn und Nachfolger Prince Hal und dessen väterlichen Freund Sir John Falstaff, der nach den jugendlichen Eskapaden aus gesellschaftlichen Gründen verstoßen wird, und im Alter zu der eher lächerlichen Figur der ?Lustigen Weiber? wird. Die Sätze sind plakativ überschrieben mit: I. Kirche und Staat – Führungsgestalten und Establishment, weltliche und kirchliche Macht; II. Inn and Out (ein unübersetzbares Wortspiel, Inn = Wirtshaus, aber gleichlautend mit "In", also "Herein und hinaus, aus dem Wirtshaus") - das Wirtshaus zum Wildschweinkopf - Eintöpfe und das einfache Leben; III. Starts and Fits - Wirtshausrauferei, Gadshill’s Hinterhalt, eine Pistole, Vertreibung des Aufschneiders, die Rettung von Fräulein Quickly; IV. Vater und Sohn - Beziehung von König Heinrich und Falstaff zu Prinz Hal - echter und Ersatz-Vater; V. Vorrücken und Rückzug - Rekrutierungs-Marsch, abgeleitet vom Wirtshaus-Motiv; VI. Kirche und Status Quo - Zurückweisung Falstaffs, Hal wird König: die Ordnung ist wieder hergestellt. Die Suite für Blasorchester besteht aus Bühnenmusik, die für die 1982 entstandene Produktion der Royal Shakespeare Company zur Eröffnung des Barbican Theatre London komponiert wurde.

Mit Bildern, Erinnerungen und Assoziationen des musikgebildeten Hörers spielt virtuos der junge deutsche Komponist Guido Rennert in seinem 2002/03 entstandenen, dreisätzigen Saxophon-Konzert Nr. 1. Vieles glaubt man irgendwo her zu kennen, wird aber durch eine sehr persönliche Klangsprache Rennerts umgeformt, in neuen Kontext gebracht und dadurch zu einem sehr originellen Werk, mit dem sich Musiker und Hörer augenblicklich anfreunden. So ist etwa der Anklang an den Tonfall einer sehr bekannten Hymne am Schluss des sehr ironischen 3. Satzes ein listiger und sehr selbstbewusster Hinweis auf die Herkunft des Werkes. Entstanden ist das Werk durch die persönliche Bekanntschaft des Komponisten mit der Solosaxophonistin der Deutschen Bläserphilharmonie Monika Leufgen, der das Werk zusammen mit dem Orchester gewidmet ist.

Wie eingangs schon angesprochen, beinhaltet der zweite Konzertteil drei sehr unterschiedliche Naturschilderungen. Den Anfang macht ein 2001 entstandenes Werk des 1951 geborenen Engländers Philip Sparke, ein Komponist, der schon recht oft im Programm des ABO München stand. Nach einer Reise im Oktober 1999 durch den Grand Canyon in Arizona, schrieb Sparke seine Eindrücke in der Komposition Sunrise at Angel’s Gate nieder. Er vermerkt dazu im Vorwort der Edition: "Man kann dieses erstaunliche Naturwunder eigentlich gar nicht beschreiben - es ist einfach zu großartig. Man kann es nicht einmal fotografieren - es hinterlässt auf jeden Besucher einen tiefen, bleibenden Eindruck. Die richtige Zeit für den Canyon sind die Sonnenauf- und untergänge, wenn die tief stehende Sonne Schatten wirft, die dem gewaltigen Panorama Tiefe geben. Angel’s Gate ist der Name einer Felsformation an der Nordseite des Canyons. Ich habe in dieser Komposition versucht, die Eindrücke und Geräusche der Dämmerung einzufangen: zwitschernde Vögel am Morgenhimmel - wie es allmählich hell wird, bis dann das Sonnenlicht in die tiefen Täler des Canyons dringt. Der schnelle Mittelteil beschreibt die Ankunft der hin-und herfahrenden Touristenbusse. Gegen Ende des Stückes soll uns der Klang einer läutenden Glocke an die Gefahren erinnern, welche die Schönheit des Grand Canyon so geschickt zu verbergen weiß."

Der in Berlin geborene und lange Zeit in Aschau im Chiemgau lebende Wahl-Bayer Hans Mielenz, verstorben 1996, darf als einer der Doyens der Blasmusik in Deutschland betrachtet werden. Von Natur aus eher bescheiden und zurückgezogen, sind seine zahlreichen Originalwerke leider nicht oft auf den Konzertpodien zu hören. Umso bedauerlicher, wenn man sich bewusst macht, dass es so viele Tonsetzer seiner Befähigung in Deutschland nicht gibt. Zwei private Reisen nach Portugal und dort entstandene freundschaftliche Kontakte zum Polizeiblasorchester von Lissabon führten zur Entstehung von zwei hochkarätigen und ausgedehnten symphonischen Dichtungen für großes Blasorchester : 1985 "Sintra" und 1983 Cabo da Roca , welche sich wunderbar in das Programm 2004 des ABO München einfügt, beschreibt einen Tag auf dem Meer vor der Küste Lissabons und dessen Hausberg, der Cabo (ausgesprochen Kabuh). In herrlichen an Debussy und Ravel gemahnenden Klangfarben schwelgt Mielenz in der malerischen südlichen Atmosphäre und bringt uns nach einem heftigen Sturm am Meer in den herrlichen Rottönen der Abenddämmerung zurück ans Festland.

Der mittlerweile recht bekannt gewordene Amerikaner Frank Ticheli veröffentlichte 1999 zunächst unter dem Titel "Volcano" ein spektakuläres Orchesterfeuerwerk, welches dann mit "Vesuvius" seinen endgültigen Titel bekam. Ticheli war in der Fortbildungswoche des Workshops für Komposition als Dozent 1999 in Marktoberdorf, wo ich ihn als einen herausragend vielseitigen und unglaublich begeisternden Lehrer und Musiker kennenlernen konnte. Eugene Corporon, Gastdirigent der Internationalen Sommerakademie für sinfonisches Blasorchester in Marktoberdorf, brachte Vesuvius noch als "Volcano" - fast mit feuchter Tinte - zu dieser Orchesterwoche mit und machte uns mit einem Werk bekannt, das man sofort begeistert annahm. Nicht eigentlich Progamm-Musik im tatsächlichen Sinne des Wortes, ist das Stück voller motorischer Energie bis auf eine ruhige Episode in der Mitte des Werkes, welche uns an lange vergangene Zeiten gemahnen lässt, mit stetigen Taktwechseln vorwärts drängt bis es zum phantastischen Höhepunkt und abrupten Ende peitscht. Michael Kummer 11/2003

Michael Kummer ist Gründer und musikalischer Leiter des »Akademischen Blasorchesters München«. Daneben ist er (neben David Gilson) Dirigent der Deutschen Bläserphilharmonie. Er leitet u.a. die Stadtkapelle Wasserburg/Inn und das Blasorchester Grünwald, Außerdem ist er Dozent bei internationalen Orchesterwochen und Vizepräsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern.

Informationen zur Solistin: Monika Leufgen, Alt-Saxophon
Monika Leufgen begann 1992 als dreifache Bundespreisträgerin des Solo-Wettbewerbs "Jugend musiziert" ihr Musikstudium im Fach Saxophon an der Hochschule für Künste in Bremen. Nach ihrem Abschluss mit Diplom in den Hauptfächern Saxophon und Klarinette des Studienganges Musikerziehung folgte das Aufbaustudium "Künstlerische Ausbildung" an der Hochschule für Musik und Theater Hannover in der Klasse von Hermann Cordes. Nachfolgend schloss sie ein Auslandsstudium an der Musikhochschule Enschede (NL) in der Klasse von Johan van der Linden ab.

Sie nahm an Meisterkursen bei Iwan Roth, Jean-Marie Londeix und Arno Bornkamp teil; von 1992 bis 1999 war sie Mitglied des Hannover-Saxophon-Quartetts und erhielt damit 1992 den 2. Förderpreis beim Kammermusikwettbewerb der Hochschule für Musik und Theater Hannover; seit 1992 1. Alt-Saxophonistin der "Deutschen Bläserphilharmonie"; 1995 Finalistin des "Int. Gustav-Bumcke-Wettbewerbs" für Solo-Saxophon; aktive Teilnehmerin am 11. Welt-Saxophon-Kongress in Valencia (E); 1998 folgte die erste solistische CD-Einspielung mit dem Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Walter Ratzek.

Seit 1999 unterrichtet Monika Leufgen als hauptamtliche Saxophon- und Klarinettenlehrerin an der Kreismusikschule Bitburg-Prüm. In der Quartettformation "Deutsches-Saxophon-Ensemble" ist sie seit 2000 Mitglied als Alt-Saxophonistin.

Die mitwirkenden Musiker des Akademischen Blasorchesters München 2003/2004:
Piccolo:
Regina Dinkel (Rosenheim)
Flöte:
Christoph Danner (Kiefersfelden)
Andreas Litzlbeck (Isen)
Christina Rosenberger (Hauzenberg)
Ines Thalmeier (Bad Aibling)

Oboe/Englischhorn:
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)
Oboe:
Alexandra Bermel (Zolling)
Steve Waldbillig (München)

Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)
B-Klarinette:
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Helge Dyk (Weßling)
Hans Edelmann (Wolfsburg)
Claudia Keegan (Aiglsbach)
Peter Keegan (Aiglsbach)
Margit Kuczera (Erding)
Brigitte Rupp (München)
Tanja Schelle (Deisenhofen)
Georg Schied (Halfing)
Barbara Schimmel (München)
Marion Schneider (Neubiberg)
Andreas Straßer (Nürnberg)
Alt-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)
Bass-Klarinette:
Joelle Muller (München)
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)
Alt-Saxophon:
Udo Appel (Igling)
Andreas Gürtler (Nürnberg)
Tenor-Saxophon:
Hanna Huber (Eiselfing)
Bariton-Saxophon:
Hubert Wallner (Günzenhausen)

Fagott:
Wolfgang Greiter (Pliening)
Susanne Perret (Landshut)

Waldhorn:
Josef Baumgartner (Wasserburg/Inn)
Joseph Bichler (Kiefersfelden)
Michael Gartner (Rohrdorf)
Maria Seidl (Waldkirchen)
Christian Weimer (Siegersbrunn)

Trompete:
Christian Bachmaier (Burgkirchen)
Doris Deutinger (Ottenhofen)
Felix Hofmeir (München)
Markus Mailänder (Schwindegg)
Michael Morgott (Rohrdorf)
Matthias Schelle (Deisenhofen)
Andreas Stich (Ruhmannsfelden)
Franz Windshuber (Isen)

Posaune:
Jürgen Hindel (München)
Benedikt Paul (Neubeuern)
Margarita Zeman (Edelstetten)
Bassposaune:
Jonas Svedberg (Holzkirchen)
Euphonium:
Christoph Metten (Sonnen)
Alexander Wormer (München)

Tuba:
Magda Grill (Soyen)
Robert Sagmeister (Salzweg)
Anton Thalmeir (Dachau)

Kontrabass:
Hans Danninger (Bad Tölz)

Schlagzeug:
Ursula Haydl (Germering)
Andreas Köder (München)
Robert Wachinger (München)
Helmut Wagner (München)
Gerrit Wüsthoff (Taufkirchen)

Harfe:
Christine Fraisl (München)


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