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Programm 2001:
Akademisches Blasorchester München
Leitung: Michael Kummer
Konzerte am 9.-11. März 2001
Gilching - Bad Wiessee -
München: Carl-Orff-Saal im Gasteig
Konzertmotto: "Fortuna - Imperatrix Mundi"
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Carl Orff
arr. John Krance
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- Carmina Burana (1937) Instrumental-Suite
O Fortuna, velut Luna - Fortune plango vulnera
Ecce gratum
Tanz Uf dem anger
Floret silva
Were diu werlt alle min
Amor volat undique
In trutina
Dulcissime - Ave formosissima
Fortuna Imperatrix Mundi
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18:30 |
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Rolf Rudin
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Der Traum des Oenghus, Teil 1 (1993/94) Teil 2 (1996)
(Poem nach einer irischen Sage)
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20.02 |
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Buxton Orr
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- John Gay Suite (1972)
I Intrada
II Romanza
III Intermezzo
IV Finale
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15:30 |
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Edward Gregson
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The Kings Go Forth (1998)
The Church - The People - The State |
16:59 |
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Zugaben: Chatchaturjan
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3.04 |
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Felix Mendelssohn Bartholdy
arr. Richard Zettler
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Verleih uns Frieden gnädiglich
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4:05 |
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Mitwirkende Musiker/innen:
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Piccolo/Altblockflöte/Gesang:
Regina Dinkel (Grafrath)
Flöte:
Ulrike Gesierich (Bad Tölz)
Andreas Litzlbeck (Isen) (+Altflöte)
Monika Machl (Wasserburg/Inn)
(+Tinn Whistle)
Nicole Stumpf (Heufurt)
Oboe/Englischhorn:
Horst Däullary (Rechtmering)
Oboe:
Alexandra Bermel (Zolling)
Steve Waldbillig (München)
Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)
B-Klarinette:
Georg Auer (Eiselfing)
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Helge Dyk (Weßling)
Hans Edelmann (Wolfsburg)
Judith Gesierich (Bad Tölz)
Michaela Haindl (Halfing)
Peter Keegan (Aiglsbach))
Margit Kuczera (Erding)
Brigitte Rupp (München)
Joseph Scharf (Bad Heilbrunn)
Tanja Schelle (Deisenhofen)
Sonja Schweiger (Winden a.A.)
Andreas Straßer (Nürnberg)
Alt-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)
Bass-Klarinette:
Joelle Muller (München)
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)
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Alt-Saxofon:
Udo Appel (München)
Mathias Stößlein (Mering)
Tenor-Saxofon:
Tobias Bachmaier (Eiselfing)
Bariton-Saxofon:
Hubert Wallner (Günzenhausen)
Fagott:
Wolfgang Greiter (Pliening)
Susanne Perret (Landshut)
Waldhorn:
Josef Baumgartner (Wasserburg/Inn)
Michael Gartner (Rohrdorf)
Thilo Grust (Dietramszell)
Dominik Harrer (Möckenlohe)
Franz Schlagbauer (Ingolstadt)
Trompete:
Doris Deutinger (Ottenhofen)
Uli Dierschke (München) (+Geige)
Armin Häfner (Igensdorf)
Markus Mailänder (Schwindegg)
Michael Morgott (Rohrdorf)
Matthias Schelle (Deisenhofen)
Franz Windshuber (Isen)
Posaune:
Ingo Kürten (Mering)
Tammo Wüsthoff (Eching b. Mchn.)
Margarita Zeman (Edelstetten)
Bassposaune:
Andreas Zehetbauer (Geisenhausen)
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Euphonium:
Carola Burth (Jandelsbrunn)
Christoph Metten (Sonnen)
Andreas Peyerl (Haag)
Tuba:
Claudia Baumer (Lappersdorf)
Magdalena Grill (Soyen)
Solveig Retzlaff (Soyen)
Kontrabass:
Hans Danninger (Hausham)
Willi Schmotz (Valley)
Schlagzeug:
Ursula Haydl (Germering)
Bernhard Henke (Kraiburg)
Oliver Kessler (München)
Andreas Köder (München)
Doris Spindler (München)
Robert Wachinger (München)
Helmut Wagner (München)
Gerrit Wüsthoff (Ottobrunn)
Piano:
Arnim Wittich (Bad Tölz)
Solo-Tenor:
Stephan Ametsbichler (Glonn)
Männer-Chor:
Chormitglieder aus der Sängerrunde Grünwald, Gesangsverein Marzling,
Sängerzunft Deisenhofen
Musikalische Leitung:
Michael Kummer
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Fortuna - Imperatrix Mundi
»Glück - oder besser: Schicksal - Beherrscher dieser Welt«. Unter dieses Motto stellte Carl Orff im Jahre 1937 seine bis heute bekannteste Kantate nach Texten einer mittelalterlichen Handschrift des Klosters Beuron mit dem Titel »Carmina Burana«. Wie ein rotes Band zieht sich dieser Gedanke durch die vier Werke des diesjährigen Konzertprogramms des Akademischen Blasorchesters München. Im ersten Teil treffen zwei Kompositionen aus Deutschland, im zweiten zwei aus England aufeinander, beide in je einem Spannungsfeld von historischer Quellenbearbeitung und historisierender Neuschöpfung angesiedelt.
Carl Orff, Carmina Burana:
Orffs Carmina als erster Teil einer größeren Trilogie - zusammen mit Catulli Carmina und Trionfi di Aphrodite - verwenden keine der originalen Melodien, die sich in der berühmten Handschrift aufgezeichnet finden, sondern nur die Texte in mittelhochdeutsch, lateinisch und altfranzösisch. Die unverwechselbare Satztechnik des Komponisten schafft vornehmlich aus Sprachrhythmen das präzise gestaltete Material einer bis heute frisch und unmittelbar gebliebenen Musik. Kaum ein anderes Werk hat im letzten Jahrhundert von Anfang an derart Furore gemacht, wie die Carmina, kaum ein anderes zeitgenössisches Werk wird derart oft im In- und Ausland Jahr für Jahr gesungen und gespielt. Trotz der extremen Textbezogenheit der Komposition ist es dem Bearbeiter John Krance in Abstimmung mit dem Komponisten geglückt, eine überzeugende Instrumental-Suite daraus zu bilden. In ca. 17 Minuten entsteht so eine Kompakt-Fassung der instrumentalen Höhepunkte des Werkes, die in ihrer Aussagekraft und Farbigkeit ihres Gleichen sucht.
Den Gegenpol zu diesem Monument bildet des ebenfalls deutschen Komponisten Rolf Rudin musikalische Umsetzung einer alten irischen Sage »Der Traum des Oenghus«, ein zweisätziges Gebilde komponiert von 1993-96. Musikalisch groß in zwei Abschnitten in insgesamt gut 20 Minuten angelegt, versteht es der Tondichter seine Hörer in längst vergessene Zeiten zu entführen und eine faszinierende Klangwelt herauf zu beschwören. So schildert der erste Teil mit Geräuschklängen die zart-dunkle Traumwelt in ihrem nächtlich-geheimnisvollem Charakter. Daran anschließend entsteht durch eine mehrmalige Wiederholung eines misteriösen Gesanges ein großer, scheinbar nicht abbrechender Bogen, der wie in einer traumhaften Vorahnung die räumliche und vor allem zeitliche Länge der Suche nach dem Mädchen zu symbolisieren vermag. Der zweite Teil beleuchtet mehr die realeren Seiten der Sage und assoziiert gleich zu Beginn in seiner Wildheit die Irrungen und Wirrungen des Königssohnes Oenghus auf seiner Suche. Die apotheotische Stimmung des Schlussabschnittes taucht das erlösende B-Dur in die traumvisionären Geräuschklänge des Beginns und entlässt den Hörer in friedlicher sagenumwobenener Stimmung.
John Gay fügte - gemeinsam mit dem deutschen Komponisten Johann Pepusch - im Jahre 1727 - einige der bekanntesten Popular-Melodien der Epoche zu einem der größten Opern-Erfolge der Händel-Zeit in London zusammen und brachte sie unter dem Titel »The Beggar‘s Opera« als eine hoch brisante Sozialkritik heraus. Viele Komponisten, darunter Benjamin Britten im Jahre 1948, haben die bis heute populären Melodien in eigenen Kompositionen verarbeitet. So auch der Engländer Buxton Orr im Jahre 1972, als er mit der John Gay Suite eine Anzahl wohlbekannter Themen der Oper zu einem viersätzigen Werk mit übersprudelnden Melodien und frischen, originalen Effekten zusammenfasste. Orrs Klangsprache ist trotz oder gerade wegen der Verwendung alten und gängigen Tonmateriales sehr eigenständig und fasziniert vor allem durch seinen rhythmischen Einfallsreichtum. So steht das Werk in der besten Tradition von Meisterwerken wie Strawinskis Pulcinella-Suite oder Hindemiths Metamorphosen Weberscher Themen.
Das letzte Werk des Konzertabends setzt sich mit William Shakespeare auseinander und ist eine Art musikalische Erlebniswelt. Der englische Dirigent und Komponist Edward Gregson schrieb wiederholt Musik für die renommierte Royal Shakespeare Company in Stratford-on-Avon, Musik die er später, wie schon Guy Woolfenden vor ihm, zu Suiten zusammenstellte. »The Kings Go Forth« entnimmt seine Musik der 1988 entstandenen Bühnenmusik zu der »Plantagenet Trilogy«, welche die Zeit der Regierung von Heinrich dem IV. bis zum Tode Richard des III. porträtiert, sowie der Bühnenmusik zu den beiden Teilen von Heinrich dem IV. In drei Sätzen spielt sich das Geschehen förmlich vor den Augen und Ohren des Zuhörers ab, die Ausführenden sind voll in das Hier und Jetzt des Theaters eingebunden. Szenen in der Kirche, dem Wirtshaus und dem Schlachtfeld werden beinahe real in Klängen dargestellt. Der instrumentale Aufwand ist groß: von zwei Vierergruppen Pauken und zusätzlichen "Off Stage"-Trompeten ausgehend, gibt es Auftritte von Solo-Sängern und Chor, sowie Solo-Violine, Tinn-Whistle und volkstümlichen Schlaginstrumenten. Die abschließende Krönungsszene mit dem großangelegten "Te Deum" und darübergelegten Fanfaren gehört zum wirkungsvollsten, was bislang für große Blasorchester-Besetzung geschrieben worden ist.
Michael Kummer, im November 2000 |
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