Akademisches Blasorchester München - Foto
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Programm 2000:

Akademisches Blasorchester München
Leitung: Michael Kummer

Konzerte am 24.-26. März 2000
Gilching - Bad Wiessee -
München: Carl-Orff-Saal im Gasteig

Konzertmotto: Ferne Welten

Dimitri Schostakovitsch: Columbus Ouvertüre, op. 23 (1928)
arr. William A. Schaefer
3:50
Ottorino Respighi: Belkis, Regina di Saba (1932)
arr. Yoshihiro Kimura (Belkis, die Königin von Saba)
I. Il sogno di Salomone
II. Danza guerresca
III. La danza di Belkis all’aurora
IV. Danza orgiastica
6:51
2:56
7:29
5:16
Johan de Meij: The Lord of the Rings (1988)
(Der Herr der Ringe), Sinfonie Nr. 1
I. Gandalf - der Zauberer
II. Lothlórien - der Elbenwald
III. Gollum - Sméagol
IV. Reise in die Tiefe der Welt
V. Hobbits
5:54
7:25
9:20
6:54
8:12
Zugaben:
Zequinha Abreu, arr. Naohiro Iwai:

Tico-Tico
2:40
Buxton Orr: Romanza aus John Gay Suite
4:32
Ges.: 71:19
Mitwirkende Musiker/innen:
Piccolo:
Gertrud Morgott (Rohrdorf)
Flöte:
Regina Dinkel (Grafrath)
Ulrike Gesierich (München)
Andreas Litzlbeck (Isen)
Monika Machl (Wasserburg/Inn)
Englischhorn:
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)
Oboe:
Alexandra Bermel (Zolling)
Horst Däullary (Wasserburg/Inn)
Irmi Zwiefelhofer (Wasserburg)
Es-Klarinette:
Petra Jercic (Türkenfeld)
B-Klarinette:
Andreas Straßer (Nürnberg)
Joseph Scharf (Bad Heilbrunn)
Brigitte Rupp (München)
Georg Auer (Eiselfing)
Tanja Schelle (Deisenhofen)
Georg Schied (Halfing )
Judith Gesierich (Bad Tölz)
Margit Kuczera (Erding)
Peter Keegan (Höhenkirchen)
Helge Dyk (Weßling)
Sonja Schweiger (Winden a.A.)
Berthold Büdel (Ingolstadt)
Hans Edelmann (Kassel)

Alt-Klarinette:
Erwin Köppendörfer (Schwabach)
Bass-Klarinette:
Roland Porsch (Fürstenfeldbruck)
Sopran-Saxofon:
Udo Appel (München)
Alt-Saxofon:
Udo Appel (München)
Mathias Stößlein (Mering)
Tenor-Saxofon:
Hans Hell (Rosenheim)
Bariton-Saxofon:
Hubert Wallner (Günzenhausen)
Fagott:
Susanne Perret (Thalheim/Erding)
Almut Lohde (München)
Waldhorn:
Josef Baumgartner (Wasserburg/Inn)
Michael Gartner (Rohrdorf)
Martin Kloska (Rosenheim)
Wolfgang Ritter (München)
Albert Schußmüller (Reichertsheim)
Trompete:
Doris Deutinger (Ottenhofen)
Uli Dierschke (München)
Armin Häfner (Igensdorf)
Felix Hofmeir (Geisenfeld)
Michael Morgott (Rohrdorf)
Matthias Schelle (Deisenhofen)
Franz Windshuber (Isen)
Posaune:
Ingo Kürten (Mering)
Tammo Wüsthoff (Eching b. Mchn.)
Andreas Zehetbauer (Geisenhausen)
Bassposaune:
Thomas Müller (München)
Euphonium:
Philipp Kufner (Mering)
Carola Burth (Ingolstadt)
Tuba:
Claudia Baumer (Lappersdorf)
Wolfgang Kreuzpaintner (Grünwald)
Solveig Retzlaff (Soyen)
Kontrabass:
Fritz Berg (Schliersee)
Hans Danninger (Hausham)
Willi Schmotz (Valley)
Schlagzeug:
Ursula Haydl (Germering)
Doris Spindler (München)
Andreas Köder (München)
Robert Wachinger (München)
Helmut Wagner (München)
Gerrit Wüsthoff (Ottobrunn)
Piano/Celesta-/Harfenstimme:
Arnim Wittich (Bad Tölz)
Musikalische Leitung:
Michael Kummer
Ferne Welten

In ferne Welten will unser diesjähriges Programm entführen –
eine Reise in längst Vergangenes, Mystisches, Zauberhaftes oder auch Kurioses.

Im Jahre 1928 schrieb Dimitri Schostakowitsch als op. 23 zwei Orchesterstücke für die Oper „Der arme Kolumbus“ des in Berlin wirkenden deutschen Komponisten Erwin Dressler – über die nähreren Umstände dieser merkwürdigen Zusammenarbeit und den Inhalt der Oper ist wenig bekannt. Das erste dieser Stücke Ouvertüre betitelt, steht am Anfang des Konzertabends und ist ein typisches Beispiel für den skurilen und ironischen Kompositionsstil, den Schostakowitsch in dieser Zeit kurz vor den stalinistischen Kultursäuberungen pflegte und steht in der unmittelbaren Nachbarschaft seiner eigenen Oper Die Nase (nach Gogol).

Das zweite Werk des ersten Teiles entstand nur wenig später im Jahre 1932 im faschistischen Italien Mussolinis als Ballett für die berühmte Mailänder Scala und setzt sich mit der biblischen Vergangenheit auseinander: es handelt von Belkis, der sagenumwobenen Königin von Saba. Der Komponist Ottorino Respighi nahm die hier ausgewählten vier Orchestersätze selbst aus dem Ballett heraus und formte so die vorliegende Orchestersuite, die im Jahre 1995 durch den bekannten japanischen Arrangeur Yoshihiro Kimura für Blasorchester eingerichtet wurde. Die 23-minütige Orchester-Suite schafft in vier Abschnitten eine dichte orientalische Atmosphäre. Je ein träumerischer Satz wechselt sich mit einem furiosen ab. Beschrieben wird die Reise der Königin von Saba zum israelischen König Salomon, in den sie sich verliebt hat. Beladen mit vielen wertvollen Schätzen zieht ihre Karawane aus Elefanten und Kamelen sowie vielen Sklaven durch die Wüste. Wir begleiten musikalisch zunächst den Propheten Salomon bei seinem seherischen Traum (Il sogno di Salomone) und vernehmen die schroffen und akzentuierten Klänge eines Kriegszuges (Danza guerresca). Königin Belkis erscheint im Morgennebel (Tanz zum Sonnenaufgang – Belkis all’aurora), begleiten und erleben im abschließenden Satz (Danza orgiastica) ein wildes, ausgelassenenes Fest. Respighis farbige Klangsprache auf dem Höhepunkt seines Schaffens vier Jahre vor seinem Tod ist ein wunderbares Beispiel für einen modernen, zeitgerechten aber dennoch ästhetisch höchst ansprechenden Kompositionsstil. Leider hat das politische Umfeld der Entstehungszeit einen späteren Siegeszug des Werkes eher behindert.

Der gesamte zweite Teil des Konzertes ist einem einzigen Werk vorbehalten: Johan de Meijs Erster Sinfonie, die sich der musikalischen Illustration des weltberühmten Romanes Lord of the Rings (Der Herr der Ringe), des englischen Altphilologen und Autors J.R.R. Tolkien (veröffentlicht 1955) gewidmet hat. Nach der Uraufführung in Brüssel im März 1988, trat denn de Meijs gut 40-minütiges Opus vom Beginn weg einen fantastischen Siegeszug durch die Blasorchesterszene an und zählt heute zu einem der erfolgreichsten Werke für dieses Medium:
I) Gandalf (der Zauberer)
Der erste Satz ist ein musikalisches Portrait des Zauberers Gandalf, einem der Hauptcharaktere der Trilogie. Seine weise und vornehme Erscheinung wird duch ein würdevolles und prächtiges Motiv dargestellt, das in abgeändeter Form in Satz IV und V wiederholt wird. Der überraschende Beginn des Allegro Vivace beschreibt die schillernde Gestalt des Zauberers. Gefolgt wird dieser Abschnitt von der Schilderung eines wilden Rittes auf seinem noblen silbergrauen Pferd „Schattenfell“ (Shadowfax).

II) Lothlórien (der Elbenwald)
Der zweite Satz beschreibt – mit solistischem Einsatz der Holzbläser – den Elbenwald Lothlórien mit seinen wunderschönen Bäumen und exotischen Vögeln. Das Zusammentreffen des Hobbits Frodo mit der Elbenkönigin Galadriel wird durch ein heiteres Allegretto ausgedrückt. In einem silbrig glänzenden Brunnenbecken im Wald, "Spiegel von Galadriel" genannt, erfährt Frodo drei Visionen. Bei der Dritten wird er mit dem "Magischen Auge von Mordor" konfrontiert, von dem eine tödliche Bedrohung ausgeht.

III) Gollum (Smeagol)
Der dritte Satz charakterisiert Gollum (durch ein Sopransaxofon-Solo) eine schleimige, unterwürfige und hinterhältige, doch zugleich scheue Kreatur. Sie spricht und murmelt zu sich selbst, faucht und lispelt, jammert und kichert, und ist abwechselnd arglistig, gemein und dann wieder bemitleidenswert und erbärmlich.

IV) Reise durch die Tiefen der Welt
Der vierte Satz schildert die beschwerliche Reise der Ringgemeinschaft durch die dunklen Gänge der Minen von Moria, angeführt von dem Zauberer Gandalf. Der schleichende Gang und die Angst werden durch monotone Rhythmen des tiefen Blechs, Klavier und Schlagwerk musikalisch umgesetzt. Nach einer rasanten Verfolgung durch feindliche Geschöpfe, den Orks, wird Gandalf in einen Kampf mit dem schrecklichen Monster Balrog verwickelt und stürzt von der unterirdischen Brücke von Khazad-Dum in endlose, unerforschte Tiefen. Zu melancholischen Tönen eines Trauermarsches streben die zurückgebliebenen Ringgefährten dem Ausgang der Minen entgegen.

V) Hobbits
Der fünfte und letzte Satz beschreibt in einem volkstanzartigen Thema das sorglose und glückliche Wesen der Hobbits – einem kleinwüchsigen und arbeitsamen Volk aus dem Auenland. Die darauffolgende Hymne zeigt die Entschlossenheit und Heldenhaftigkeit der Hobbits. Die Sinfonie klingt friedvoll mit der schicksalshaften Stimmung des letzen Kapitels Die Grauen Häfen aus, in dem Frodo und Gandalf in einem weißen Schiff hinweg segeln und langsam hinter dem Horizont ins Unendliche verschwinden. Nach oben


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